Hemsbach Germania – Facettenreich wie ein Regenbogen

August 2017 (Weinheimer Nachrichten) Konzert: Gospelchor füllt alle Bänke in der Christuskirche und empfiehlt sich mit einer bunten Mischung von Disney-Klassikern

 

HEMSBACH. Mit einem Abend voller Emotionen hat der Gospelchor der Germania 1889 Hemsbach sein traditionelles Sommerkonzert veranstaltet. Es stand unter dem Motto „Somewhere over the rainbow“ und ebenso facettenreich und bunt wie ein Regenbogen hatte Dirigentin und Chorleiterin Peny Bauer auch das Programm gestaltet.

Über viele Wochen hatte sich der Chor in Übungsstunden und einem Probewochenende in Waldfischbach auf den Auftritt vorbereitet. „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir hatten auch sehr viel Spaß. Es war schön zu sehen, wie der Chor auch mit den neuen Mitgliedern immer weiter zusammenwuchs und sich das Programm entwickelte“, schwärmte Vorsitzende Petra Baumann. Insgesamt hat sich der Chor in den vergangenen Jahren einen so guten Ruf erarbeitet, dass immer mehr Leute mitmachen wollen. Und auch die Konzerte sind stets gut besucht, so auch am Sonntagabend.

Geschlossene Reihen

Die Reihen in der Hemsbacher Christuskirche waren trotz hoher Temperaturen restlos besetzt, sodass die Hausherrin, Pfarrerin Corinna Seeberger, witzelte: „An diesen Anblick kann ich mich gewöhnen, gerne auch im Gottesdienst.“ Da das Sommerkonzert des Chores in den vergangenen Jahren immer mit einer großen Hitzewelle einherging, scherzte Bürgermeister Jürgen Kirchner: „Ich habe den leisen Verdacht, dass es den Damen selbst zum Adventskonzert gelingen würde, hohe Temperaturen herbeizuzaubern.“ Kirchner lobte das Engagement der Chormitglieder: „Sie singen mit Freude und schenken Freude. Sie singen sich in die Herzen der Zuhörer, auch über die Grenzen Hemsbachs hinaus. Sie sollte es auf Rezept geben.“ Ein großes Kompliment, das die Sängerinnen sichtlich freute.

Dann ging es los: Die Chormitglieder – alle in weißen Roben mit türkisgrünen Akzenten gekleidet – liefen singend in die Kirche ein. Begleitet wurde der Chor von Pianistin Renny Löffler am Klavier. Schnell wurde klar, auf welch hohem Niveau der Gospelchor musiziert und schon die ersten mehrstimmigen Töne sorgten für Gänsehaut. Das Programm des Konzerts bestand vor allem aus Melodien aus Film, Fernsehen und Musical. Disney-Klassiker nahmen einen großen Teil des Abends ein. Der Chor sang „Reflection“ aus dem Film „Mulan“, der sich um eine emanzipierte junge Frau im konservativen alten China dreht, schmetterte das bekannte Medley aus „König der Löwen“ und sorgte mit „Farbenspiel des Winds“ für einen ersten großen Höhepunkt des Abends.

Wie gut der Zusammenhalt des Chores funktioniert, wurde vor allem deutlich, als eine Solistin ein paar Textprobleme hatte – bei der Aufregung kann das schon mal vorkommen. Sofort stiegen die anderen Mitglieder ein und halfen ihr aus der Misere, sodass nur den echten Kennern der kleine Fehler auffiel. Durch die vielen Menschen und die warmen Temperaturen, war die Christuskirche leider schon zu Hälfte des Konzerts so „aufgeheizt, dass man die Musik nicht in vollen Zügen genießen konnte – das Fächern mit dem Programmheft half auch nicht besonders viel. Deshalb freuten sich alle umso mehr über die ausgedehnte Pause im Programm, in der der Chor Erfrischungen im Freien bereithielt.

Im zweiten Teil des Konzerts gab es Lieder zum Mitwippen, wie der Klassiker „Diamonds are the girls best friends“, „Your are the one that I want“ und „Vieren Dank für die Blumen“, aber auch ruhige und schöne Titel wie „Moonriver“ aus „Frühstück bei Tiffany“ und „Skyfall“ aus „James Bond“. Natürlich durfte, frei nach dem Motto des Tages, am Ende auch nicht „Somewhere over the rainbow“ fehlen.

Verabschiedet wurden die Gäste zu später Stunde mit dem Schlaflied „La Le Lu“. Wir schon in den vergangenen Jahren haben es die Sängerinnen geschafft, ihren Gästen mit der Musik ein Lächeln auf Gesicht und Wärme in die Herzen zu zaubern. Denn Musik versteht jeder auch ohne Sprache, und sie vereint über Generationen hinweg. soe

Geballte Sangeskraft: Der Gospelchor hat sein Sommerkonzert vor gefülltem Haus in der Christuskirche gegeben. BILDER: SASCHA LOTZ

Dirigentin Peny Bauer hatte die Damen des Gospelchors bestens vorbereitet.