Hemsbach Liederkranz – 300 Zuhörer singen bei „Stille Nacht“ mit

Dezember 2016 (Weinheimer Nachrichten) Liederkranz: Auf dem Hemsbacher Friedhof eingestimmt / MGV-Vorsitzender Karl Engelsdorfer hält eine kurze Ansprache

 

HEMSBACH. Es ist seit mehr 50 Jahren ein fester Termin im Vereinskalender der Sänger des traditionsreichen Hemsbacher Männergesangvereins (MGV) 1867 Liederkranz: Das Weihnachtssingen am frühen Nachmittag des Heiligen Abend. Pünktlich um 15 Uhr begann das kleine, aber feine Open-Air-Konzert unter der Leitung von Chordirektorin Edith Schmitt aus Lampenhain vor der Aussegnungshalle auf dem Friedhof. Es war ein schöner Achtungserfolg mit Gegensätzlichem. Teilweise sangen die Besucher mit. Es gab anhaltenden Schlussapplaus aus den Reihen des innig lauschenden Publikums. Nahezu 300 Zuhörer waren

gekommen. Liederkranzvorsitzender Karl Engelsdorfer begrüßte auch in diesem Jahr wieder die sehr zahlreich erschienenen Besucher des „festlichen Gesanges zur Einstimmung auf Weihnachten“ unter freiem Himmel.

Das Publikum sollte bei der besinnlichen Liedpoesie des MGV für eine Stunde lang innehalten, die vorweihnachtliche Hektik und Sorgen des Alltages, wenn auch nur kurzweilig vergessen. Die Sänger schafften eingangs eine Zauberhafte Stimmung in bestechend feiner Vierstimmigkeit. Die Liederkranz-Akteure begannen zum Aufwärmen mit „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt im Satz von Emil Rabe. Der Chor gewann an Stärke mit der konventionellen Interpretation von Ludwig van Beethovens „Hymne an die Nacht“ – vom A-cappella-Ensemble wunderbar knapp und trocken, feierlich und sehr stimmungsvoll getragen, aber ohne Sentimentalität vorgetragen. Ein wunderbarer Spannungs-Bogen entwickelte sich zu den Zuhörern mit „Herbei oh ihr Gläubigen“ (Adeste fideles) im Satz von Hans Schlaud. Ihre einfühlsame Weihnachtsromantik setzten die Sänger mit dem „Andachtsjodler“ (Alfons Burkhardt) und dem sehr rhythmische, eingängigen „Trommellied“ im Satz von Wolfgang Lüderitz fort. Der Liedtext des Trommelliedes erzählt von einem kleinen Jungen, der mit seinem Trommelspiel dem Jesus-Kind in der Krippe eine Freude machen möchte. Kontrastreich entwickelte sich anschließend der „Weihnachtszauber“ im Arrangement von Christian Siegler.

Mit den langsamen und feierlichen Eingangstönen des Liedes „Weihnachtsglocken“ Opus 140 von Hermann Sonnet – von volksliedhaften Elementen durchzogen – offenbarten die Freizeit-Sänger ihre ganze Leidenschaft zum Singen. Die Lieder zur Weihnachtszeit bieten glücklicherweise immer viel Raum für mannigfaltige Ausdrucksmöglichkeiten. Die Sänger und Dirigentin hatten selber offensichtlich viel Spaß dabei. Die Hemsbacher Liederkranz-Sänger überzeugten ihr Publikum im Freiluft-Auditorium mit leidenschaftlicher Klangsinnlichkeit. Der Schlussapplaus des begeisterten Publikums war nach dem gemeinsamen Singen bei „Stille Nacht, Ehre sei Gott in der Höhe“ im Satz von Hans Lingerhand verdient. Hier zeigte der Chor einmal mehr sein Können, weckte zusammen mit dem Publikum Emotionen. So mancher Besucher hatte wohl vorher auch schon bei bekannteren Titeln, innerlich verborgen, eifrig mitgesungen. Der Vorsitzende des MGV, Karl Engelsdorfer, wünschte abschließend allen Zuhörern und ihren Familien, allen Chormitgliedern des Liederkranz und der Chorleiterin Edith Schmitt schöne Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017.

Es war auch gleichzeitig der letzte Termin für diese Auftrittssaison. Die Sänger des Liederkranz Hemsbach legen eine vierzehntägige Winterpause ein. Erst Anfang Januar 2017 sind Chorchefin Schmitt und ihre Sänger wieder gefordert.   helm

Gut 300 Menschen kamen am 24. Dezember auf den Hemsbacher Friedhof, um das Weihnachtssingen des MGV Liederkranz zu hören. Geleitet wurde der Chor von Edith Schmitt.  BILD: FRITZ KOPETZKY