Hemsbach Liederkranz – Jeder hat seine eigene individuelle Stimme

September 2017 (Weinheimer Nachrichten) MGV 1867 Liederkranz: Toten-Gedenkfeier im Rahmen des 150-jährigen Vereinsjubiläums

 

HEMSBACH. Der Tod gehört zum Leben und auch zum Vereinsleben leider dazu. Um die gefallenen und verstorbenen Mitglieder aus 150 Jahren Vereinsleben zu ehren, veranstaltete der Männergesangsverein Liederkranz 1867 Hemsbach eine Toten-Gedenkfeier auf dem städtischen Friedhof. Neben den Sängern und Chorleiterin Edith Schmitt waren viele Familienangehörige ehemaliger Sänger gekommen. „Es tut gut zu sehen, dass man sich immer noch an die Toten erinnert“, betonte die Frau eines verstorbenen Sängers.

Nach einem Orgelspiel von Markus Wind und den emotionalen Liedern „Media Vita“ und „Segne o Herr“, die vom Liederkranz gesungen wurden, hielt Vorsitzender Karl Engelsdorfer eine Ansprache und erklärte: „Mit dem Totengedenken wollen wir heute eine kurze, aber intensive Zeitspanne innehalten.“ Obwohl sie nicht mehr häufig stattfinden, seien solche Momente der Erinnerung sehr wichtig: „Wenn wir den Toten gedenken, so knüpfen wir an eine alte Tugend an. Die Tugend der Pietät als Dankbarkeit gegenüber den Vorfahren“, sagte Engelsdorfer. Immerhin gehe es um Menschen, mit denen man zusammen gesungen, gelebt und gefeiert habe.

Die Sänger hätten nach den gleichen Grundsätzen wie Pflichtbewusstsein, Treue, Zusammenhalt und Vertrauen gelebt, wie es die  Vereinsmitglieder auch heute noch tun. „Wir denken heute an die Menschen und ihre Familien, die viele von uns nicht mehr gekannt haben“, sagte Engelsdorfer. „Mögen sie trotzdem unvergessen in unseren Reihen bleiben.“

Pfarrerin Corinna Seeherger und Pastoralreferentin Judith Rahmann hatten sich Zeit genommen, um das Totengedenken mitzugestalten. Pfarrerin Seeberger sprach über den Musik-Film „Wie im Himmel“, der von einem schwedischen Star-Dirigenten handelt, der nach einem schweren Zusammenbruch in sein Heimatdorf zurückkehrt und dort den örtlichen Chor aufbaut. „Der Film zeigt, wie Musik den Menschen hilft, zu sich selbst zu finden und zu einer Gemeinschaft zusammenzukommen. Diese Erfahrung haben wohl auch alle schon gemacht, die in einem Chor singen“, betonte die Pfarrerin. Denn Musik, gemeinsame Proben und Konzerte schweißen zusammen und sorgen für ein Gemeinschaftserlebnis der besonderen Art. Dabei habe jeder Sänger seine eigene, individuelle Stimme.

„Ein Chor braucht unterschiedliche Menschen mit eigenen Stimmen. Wenn dann jemand den Chor verlässt, fehlt seine Stimme und kann auch nicht ersetzt werden“, sagte Corinna Seeberger. „Heute erinnern wir uns an die Sänger, die im Laufe der 150 Jahre mit ihrer besonderen Stimme ein Teil des Chores waren.“ Im Anschluss beteten die Anwesenden mit Pastoralreferentin Judith Rahmann für die verstorbenen Vereinsmitglieder, Förderer und ihre Familienangehörigen und legten einen Kranz nieder. Nach dem Totengedenken traf man sich noch zu einem gemeinsamen Abschluss im Cafe Max.

Das Festwochenende

Das große Festwochenende beginnt am Samstag, 30. September. Der Festabend findet um 19 Uhr in der Sporthalle des Bildungszentrums statt. Musikalisch gestaltet wird der Festabend vom Männerchor des MGV Liederkranz, die Festansprache hält Bürgermeister Jürgen Kirchner. Nach Ehrungen, Grußworten und Glückwünschen findet ein Freundschaftssingen der Chorgemeinschaft Edith Schmitt mit den Vereinen MGV Liederkranz Viernheim, MGV Mannheim-Sandhofen, Chorgemeinschaft Buchklingen, Liederkranz Lampenhain und der Gesangsformation Xang-Selection statt. Zum Abschluss werden alle Chöre gemeinsam auf der Bühne stehen. Der Sonntag, 1. Oktober, steht ganz im Zeichen des Gesangs. 20 Vereine haben ihr Kommen zugesagt und überbringen mit ihren Liedern dem Jubelverein musikalischen Glückwünsche.  soe/ke

Die Sänger des MGV Liederkranz 1867 Hemsbach trugen mit ihrer Chorleiterin Edith Schmitt Lieder zum Totengedenken vor.