Hohensachsen MGV 1850 – Auf den Spuren von Kaisern und Königen

Juli 2017 (Weinheimer Nachrichten) Unterwegs: MGV 1850 Hohensachsen besucht Aschaffenburg, Miltenberg und Michelstadt

 

HOHENSACHSEN. Gleich drei historisch interessante Ziele aus verschiedenen Zeitepochen hatte der Jahresausflug des Männergesangvereins 1850 Hohensachsen. Immer wieder gelingt es Reiseleiter Horst Jägerfeld, die Sängerfreunde zu neuen Zielen zu führen.

Vorsitzender Walter Spieth hieß die rund 50 gut gelaunten Teilnehmer willkommen. Schon das erste Ziel lohnte die Teilnahme: Aschaffenburg, die über 1000-jährige bayerische Stadt, lud zur Besichtigung ein. Umrahmt von den Bergen des Spessarts erhebt sich das über Jahrhunderte hinweg kaum veränderte Stadtbild auf einer Terrasse über dem Main. Dieses einzigartige Panorama steht häufig Modell, von Künstlerhand festgehalten zu werden. Zwei Stadtführer gaben sich alle Mühe, alles Wissenswerte über die Stadt näher zu bringen. Das mächtige Schloss Johannesburg ist das unbestrittene Wahrzeichen Aschaffenburgs. Seit 982 gehörte die Stadt mit seinem Umland zum Erzstift und wurde 1814 bayerisch. Bis 1803 war das Schloss die zweite Residenz der Mainzer Kurerzbischöfe. Die gewaltige, prachtvolle Ausführung des Spätrenaissancebaues lässt erahnen, welche bedeutende historische Vergangenheit Aschaffenburg hat. Kaiser, Könige und Kurfürsten entboten dem Schloss und der Stadt ihre Referenz. In Nachbarschaft des Schlosses das Pompejanum, der weltweit einmalige Nachbau einer römischen Villa in Pompeji, auf Veranlassung von König Ludwig 1. errichtet. Durch eng verwinkelte Altstadtgassen gelangte man zu einer weiteren Sehenswürdigkeit mit der Stiftskirche (13. Jahrhundert). Von ihrer reichen Ausstattung sei nur das romanische Kruzifix (12. Jahrhundert) und Matthias Grünewalds Altarbild die „Beweinung Christi“ genannt. Zur gemeinsamen Mittagsrast fanden sich alle

im historischen Gasthof „Schlappeseppel“ ein.

Dann ging es weiter nach Miltenberg, eine weitere Perle am Main, das 1816 zu Bayern kam. Die Ingredienzen seiner Romantik sind der alte Marktplatz, Schnatterloch genannt, ein Bühnenbild des Altfränkischen und das Stadtbild mit seinen schönen Fachwerkhäusern und dem „Riesen“, ältestes deutsches Wirtshaus (1504). Es blieb noch Zeit zum Flanieren auf der Promenade und zu einer Schifffahrt auf dem Main. Auf der Nibelungenstraße wurde Michelstadt in Odenwald angesteuert mit seinem Fachwerk­Rathaus von 1484. Nach einem Rundgang durch die mittelalterlichen Gässchen ließ man im Gasthof „Grüner Baum“ bei zünftigen Liedern die vielen Eindrücke der Fahrt noch einmal Revue passieren.  G. J.