Laudenbach Singverein – Neues Heim in neuem Glanz

Juni 2016 (Weinheimer Nachrichten) Laudenbacher Sänger weihen ihre gute Stube ein / Dank an den Brieftaubenverein

 

LAUDENBACH. Der Regen rann. Schlapp lag die luftlose Hüpfburg in ihrer Pfütze hinter dem Sängerheim und harrte ebenso vergeblich der Kinder wie die traurig vor sich hin tropfende Torwand. Doch die Sänger trotzten solcher Unbill und feierten am Sonntag unverdrossen ihre neue Heimat in der Weimarer Straße Nummer 5.

Lange hatten sie nach der Übernahme des Gebäudes vom Brieftaubenverein im vergangenen September daran herumgewerkelt, hatten alles frisch gestrichen, die Akustik mit Dämmplatten und Fenstervorhängen aufgemöbelt und den Keller runderneuert. Nun erstrahlt das Haus im neuen Glanz, der Saal mit den vielen Bildern und der imposanten Pokalvitrine ist zweckmäßiger Probenraum und gemütlicher Aufenthaltsort gleichermaßen.

Die Laudenbacher kamen trotz pünktlich wiederkehrender Regengüsse zahlreich zur Einweihung, und um die Mittagszeit bis weit in die Stunden des Nachmittagskaffees waren die Plätze im großen Zelt in der Einfahrt und im Saal begehrte Mangelware.

„Halleluja“ – variantenreich pries der Männerchor unter der Stabführung von Thomas Wind das Gemeinschaftswerk der vergangenen Monate, gefolgt von einer Hymne an die Musik, die („Now let me fly“) bekanntlich Flügel verleiht.

Entsprechend aufgeräumter Stimmung begrüßte Vorsitzender Friedhelm Stiller die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Hermann Lenz und Diakon Pierre Gerodez sowie etliche Gemeinderäte. Stiller erinnerte an den langen Weg bis zum eigenen Heim, denn jahrzehntelang sei der Singverein nur – wenngleich gern – geduldeter Mieter in den Sälen der ehemaligen Traditionsgasthäuser „Zum Einhorn“ und „Zur Krone“ gewesen.

Im Oktober 2015 sei es dem Verein gelungen, in den noch bis zum Jahr 2025 laufenden Erbpachtvertrag einzutreten, mit dem der Brieftaubenverein „Heimatliebe“ auf dem Grundstück der Gemeinde 1975 sein Vereinsheim in Eigenarbeit errichtet hatte. Stiller dankte Bürgermeister Lenz für dessen Unterstützung; sein besonderer Dank galt dem Brieftaubenverein und dessen Chef Werner Nickel für die freundschaftliche Zustimmung, das Haus im Sinn vereinstraditioneller Werte weiterzuführen. Stiller dankte auch den aktiven Sängern für ihren „Renovienmgseinsarz“: er erwähnte ausdrücklich Günter Schmitt und Thomas Gassmann, die sich besonders engagiert hatten und die das Sängerheim künftig betreuen.

Für ihn sei es eine besondere Ehre, Gast zu sein bei der Einweihung eines Hauses, in dem der Singverein endlich „eine Bleibe gefunden“ habe, freute sich Bürgermeister Lenz. Er betonte seinen Dank an den Brieftaubenverein für dessen Einverständnis, sein bisheriges Vereinsheim an den Singverein weiterzugeben. Es sei eine in jeder Hinsicht richtige Entscheidung gewesen, den Erbpachtvertrag auf diese sinnvolle Weise fortzusetzen. Bayerische Genüsse mit Weißwurst und Brezn, mit Weißbier und Enzian waren dem Publikum als weißblaue Pausenfüller im lockeren Programm herzlich willkommen, bevor die Damen von „CaraMia“ eine klangvolle Kostprobe aus ihrem Repertoire gaben. „Wir schließen Freundschaft durch Musik“ beteuerten sie swingend unter der Leitung ihres Dirigenten Friedemann Stihler und verteilten fröhlich schunkelnd „Tulpen aus Amsterdam“. Das alles passte ebenso trefflich zur Kaffeestunde wie die Allgäuer Ländler und Böhmischen Polkas, mit denen der Zither-Musikverein Weinheim die guten Gespräche im entspannten Ambiente des neuen Sängerheims begleitete. Nichts passt besser in die Bilanz dieses Tages und in die Annalen des 146-jährigen Traditionsvereins als Friedhelm Stillers Hoffnung auf sängerischen Nachwuchs und des Bürgermeisters Bemerkung „Der Singverein ist im neuen Zuhause angekommen“.  he

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Der Saal mit der imposanten Pokalvitrine ist für den Singverein im neuen Zuhause nicht nur zweckmäßiger Probenraum, sondern auch gemütlicher Aufenthaltsort.  BILD: GUTSCHALK