Laudenbach Singverein – Zum Jubiläum gemeinsamer Auftritt

November 2017 (Weinheimer Nachrichten)

Singverein: Konzertreise zum Philharmonischen Chor Weimar

 

LAUDENBACH. Seit 1990 besteht zwischen dem Singverein 1870 Laudenbach und dem Philharmonischen Chor Weimar eine Chorfreundschaft. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Philharmonischen Chors Weimar war der Singverein jetzt eingeladen, das Festkonzert mitzugestalten. Beide Chöre, der Frauenchor unter seinem neuen Leiter Andreas Luca Beraldo und der Männerchor unter Leitung von Thomas Wind, starteten mit zwei Bussen auf die Reise.

Im dortigen Hotel „Park Inn“ wurden sie vom Vorstand begrüßt. Für den Nachmittag hatten die Weimarer eine Stadtführung organisiert. Daneben konnten Interessierte die berühmte Amalia-Bibliothek besuchen oder zur Gedenkstätte Buchenwald fahren. Eine gesonderte Abordnung des Singvereins und des Weimarer Chores legten am Grab des im Vorjahr verstorbenen Gründers und langjährigen Dirigenten des Philharmonischen, Eduard Lehmstedt, einen Kranz nieder. Am Samstag stand eine Führung durch den als englischen Landschaftspark gestalteten Schlosspark Tiefurt auf dem Programm. Daran schloss sich ein zünftiges Picknick mit Thüringer Rostbratwurst beim nahe gelegenen Schloss Kromsdorf an.

Am Abend fand das Festkonzert in der „Notenbank Weimar“ statt, dem historischen Bankgebäude aus dem Jahr 1894, dessen ehemalige Schalterhalle heute für Konzerte und Tagungen genutzt wird. Alle drei Chöre eröffneten unter Leitung des Weimarer Chorleiters Prof. Dr. Eckart Lange mit dem Lied „Füllt mit Schalle feiernd die Halle“ das Konzert. Den ersten Teil übernahm der Frauenchor des Singvereins beschwingt mit Giovanni Gastoldis „An hellen Tagen“, ferner Stücke von Lorenz Maierhofer wie beispielsweise „Have a nice day“ und „Te ars in heaven“. Den nächsten Konzertteil bestritt der Männerchor aus Laudenbach mit vier Stücken aus der von Theo Fischer bearbeiteten Schubertiade. Es folgten zwei vertonte Goethetexte – „Ergo bibamus“ und „Wanderers Nachtlied“, und die beiden Eichendorfftexte „Komm, Trost der Welt“ und „Der Jäger Abschied“, ferner drei Chorstücke von Friedrich Silcher. Thomas Wind hatte die Stücke so gewählt, dass sie mit dem klassischer Stil, den der Weimarer Chor bevorzugt singt, harmonieren. Den Abschluss bildete das recht moderne Stück: „Viva la musica“ von Piotr Janczak. Der Philharmonische Chor übernahm den dritten Teil mit Robert Schumanns Zigeunerleben und Johannes Brahms Zigeunerlieder. Der Teil endete mit Otto Nicolahs Mondchor, aus „Die lustigen Weiber von Windsor“. Gemeinsam beendeten die drei Chöre das Konzert mit Mendelsohn Bartholdys „O Täler weit, o Höhen“. Das Publikum dankte mit anhaltendem Applaus. Beim gemeinsamen festlichen Abendessen im Hotel überreichte Singvereinsvorsitzende Friedhelm Stiller als Gastgeschenk einen Chorsatz mit Widmung des von Musikdirektor Gerhard Wind komponierter Stückes „Wunderbarer Geist der Töne“ und lud den Weimarer Chor zum 150-jährigen Jubiläum des Singvereins nach Laudenbach ein.

Am nächsten Tag folgte der touristische Teil der Konzertreise. Auf dem Programm standen Bautzen mit seinem mittelalterlichen Stadtpanorama. Am Abend hatte der Männerchor einen Auftritt beim Spätgottesdienst in der Taucherkirche. Am nächsten Tag stand eine Stadtführung im nahegelegener Görlitz und einer Orgelpräsentation in der Peterskirche an. Die Stadtführung in Bautzen fand leider bei Regenwetter statt. Ausgleich wurden die Gäste aus Laudenbach von Oberbürgermeister Alexander Ahrens im historischen Ratssaal empfangen, wo er interessante Einblicke in die aktuelle politische Situation von Bautzen gab. Auf der Heimfahrt legten die Laudenbacher einen Stopp in Dresden ein, um die wiederaufgebaute Frauenkirche zu besichtigen.