Leutershausen Sängereinheit – Über Tod hinaus verbunden

November 2017 (Weinheimer Nachrichten) Verein ehrt die Verstorbenen / Kommissarischer Vorsitzender Lang hält Ansprache

 

LEUTERSHAUSEN. Die Sängereinheit 1864 Leutershausen gedachte am Totensonntag ihrer verstorbenen Mitglieder in der Friedhofskapelle und legte am Schluss eine Schale am Ehrenmal nieder. Der kommissarische Vorsitzende Michael Lang und die stellvertretende Orgaleiterin Angelika Schlegel wechselten sich bei der Ansprache ab und repräsentierten damit den Männer – und Frauenchor bei der Feier.

Lang zitierte Thornton Wilder, ein amerikanischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und dreifacher Pulitzer-Preisträger, der einmal sagte: „Da ist ein Land der Lebenden und ein Land der Toten. Und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe, das einzige Bleibende, der einzige Sinn.“ Die Brücke zwischen ihnen sei die Liebe – mit diesen Worten bringt Thornton Wilder den Gedanken auf den Punkt, der Lang bei der Vorbereitung auf den heutigen Tag in ähnlicher Form durch den Kopf gegangen sei.

Angelika Schlegel sprach von der Liebe, die das Band sei, was uns über den Tod hinaus mit diesen Menschen verbindet. In einer Zeit, wo der Herbst mit seinen kühlen und kurzen Tagen eher für düstere Stimmung sorge, in den Nachrichten Berichte über Krieg, Terror und Gewalt zu sehen seien, verbreite dieser Gedanke an Liebe ein wohliges Gefühl der Wärme und Geborgenheit. Wilder spricht von der Liebe als das einzig Bleibende und dem einzigen Sinn. Schaue man von heute in die Zukunft, so sei der Ewigkeitssonntag als letzter Sonntag im Kirchenjahr der Wegbereiter für die Vorbereitung auf das große Fest der Liebe und des Lichts – Weihnachten. In diesen Gedanken finde man sehr viel Kraft, Trost und Zuversicht.

Bei aller Trauer und allem Schmerz sollte doch am Ende der Gedanke an die Liebe der bleibende Gedanke sein, so wie es Thornton Wilder am Ende auch verdeutlicht: „Und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe, das einzige Bleibende; der einzige Sinn“. Die Vertreter der beiden Chöre riefen anschließend die Namen der Verstorbenen noch einmal ins Gedächtnis: Andreas Schleicher, Wolfgang Richter, Gerhard Teutsch, Gottfried Post, Peter Thiessen und Inge Schmitt. Der Männerchor sang bei der Gedenkfeier die Lieder „Donna pacem“ und „Glaube, Hoffnung, Liebe“, der Frauenchor „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende Herr“ und „Erhalt den Frieden“ unter der Leitung von Musikdirektor Thomas Reiß. Mit dem gemeinsamen „Vater unser“ und der Blumenschale am Ehrenmal für die Verstorbenen endete die Feier. wh

Frauen- und Männerchor der Sängereinheit erinnerten bei der Gedenkfeier in der Friedhofskapelle an die Verstorbenen. BILD: SASCHA LOTZ