Lützelsachsen MGV 1868 – Erfolg ohne Kurt Arras nicht vorstellbar

November 2015 (Weinheimer Nachrichten) Gemeinsames Konzert mit dem 1. Weinheimer Mandolinenorchester zum 40-jährigen Dirigenten-Jubiläum im evangelischen Gemeindehaus

 

LÜTZELSACHSEN. Strahlende Mienen, wohin man schaute, am Ende des Konzerts, bei dem sich das Publikum zum Beifall erhob, um die beeindruckende Leistung des Männerchors des MGV 1868 Lützelsachsen zu würdigen. Der Sängerkreisvorsitzende Rudi Neumann formulierte es treffend: „Dieser Abend war ein Genuss. Die Kontraste ernst und heiter, die Solovorträge und die feinsinnige Abstimmung der Arrangements, dies alles ist Musikdirektor FDB Kurt Arras zu verdanken.“

Zu seinem 40-jährigen Dirigentenjubiläum hatte er, ein Programm unter dem Motto „Lieder aus aller Welt“ zusammengestellt, das

höchsten Ansprüchen genügte. Schon eine Stunde vor Beginn war der Saal des evangelischen Gemeindehauses brechend voll. MGV-Vorsitzender Karl Leitwein hieß die Besucher willkommen, darunter auch Vertreter der Arras-Chorgemeinschaft, Vereinsvorstände und die Sänger aus Laudenbach.

Schon beim ersten Lied, die andächtige „Waldandacht“ von Franz Abt, spürten die Zuhörer: Hier sind Sänger am Werk, die als Gemeinschaft auf der Bühne stehen und mit Freude ihren Chorgesang vertreten. Ein Kleinod war auch der Chorsatz „Die Blümlein sind aufgewacht“ und herrlich das Tenor-Solo von Emil Ziegler bei „Der liebe Herrgott geht ganz leise durch den Wald“, mit dem er die friedvolle Natur besang. Das Volkslied „Jetzt gang i ans Brünnele“ ging den Sängern leicht über die Lippen, wie auch das Lied „Heimatrosen, wie seid ihr so schön“ – Lieder, die zu Herzen gingen.

In das Konzert eingebunden war das 1. Weinheimer Mandolinenorchester 1929, welches das Publikum unter der Leitung von Tanja Schmitt mit der wunderschönen „Winnetou-Melodie“ aus den Karl-May-Filmen überraschte. Mit gefühlvoller Träumerei sang der Männerchor anschließend die Lieder „Verlass’n bin i, drum geh ich zum Kirchlein hin: von Thomas Koschat und „Ich hab dich gern, ich hol dir vom Himmel jeden Stern“ von Hermann J. Settelmeyer.

Spektakulär war im Anschluss die Ballade „Weit, weit weg“ von Lorenz Maierhofer, in der Arras durch intensiven Blickkontakt im raschen Mittelteil problemlos das dreifache Tempo anschlug, ohne dass ihm der Männerchor aus dem Ruder lief.

Mit Charme und Temperament ließ das Mandolinenorchester bei das Stück „When I’m sixty-four“ von John Lennon und Paul McCartney erklingen, ehe es musikalisch nach Italien ging mit dem Lied „Herrliche Berge – Signore delle cime“ von, Beppi de Marci. Mit „Pferde zu vieren traben“ und dem berühmten Chianti-Lied „Hoch die Gläser“ ging es in die Pause.

„Sahnestücke der Chormusik“ waren danach unter anderem die dalmatinische Volksweise „Mala Moja“ von Amold Kempkens und

das Lied „Abschied von der Liebe“ mit schönem Tenor-Solo von Emil Ziegler. Mit seinem hellen, festen Tenor führte Kurt Arras den Chor ausdrucksstark durch das polnische „Lied der Berghirten“. Geradezu ideal für das Mandolinenorchester war das griechische Stück „Zorba’s dance“ von Mikis Theodorakis.

Großartig intonierte der Männerchor auch die russische Klosterlegende von den zwölf Räubern und mit schönem Bass-Solo von Peter Brenner das Stück „Bis der Finger Gottes ihn fasste“. Erstaunlich, dass die Konzentration des Chores stand wie eine Eins bei dem schwedischen Lied „In Mondes Schimmer“ im Satz von Hugo Alfven und bei dem irischen Lied „In der Fremde“.

Leichtfüßig servierte das Orchester das Popstück „Pirates of Zimmer“ aus dem Film „Fluch der Karibik“. In feinem Kontrast dazu

stammt der Chorsatz „John Brown’s Body“ aus den USA und vor Stimmung überschäumend das brasilianische Lied „Dona Maria“.

Zum Abschluss dankte Vorsitzender Karl Leitwein dem Dirigenten und sagte: „Wir wissen, dass unser Erfolg ohne Sie nicht vorstellbar wäre“. Ortsvorsteherin Doris Falter betonte, dass Kurt Arras den besonderen Wert der Musik erkannt und ihm seine Freizeit – sein Leben – gewidmet habe. Auch deshalb habe er vor 40 Jahren als junger Chorleiter den 40 Sänger starken Chor übernommen und ihn mit Ausdauer, Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl zu vielen Höhepunkten gesellschaftlicher und gesanglicher Art geführt. Falter erinnerte auch an den „absoluten Höhepunkt“, die Teilnahme am Chorfestival in Verona, bei dem Arras mit dem Chor ein Diplom in Bronze erreichte. Mit seinem Können habe er den Chor zu etwas Besonderem herangebildet.

Arras dankte seinen Sängern für die gute Zusammenarbeit und nach dem Vangelis-Hit „Conquest of Paradise“ hielt es niemand mehr auf den Sitzen. Stürmisch bejubelt wurde die Zugabe „Vater unser“. G.J.

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Zum 40-jährigen Dirigentenjubiläum von Kurt Arras gaben der MGV 1868 Lützelsachsen und das 1. Weinheimer Mandolinenorchester im evangelischen Gemeindehaus ein Konzert, das vom Publikum mit großem Beifall bedacht wurde. BILD: GUTSCHALK