Schriesheim Liederkranz – Würdiger Abschluss der Feierlichkeiten

Juni 2016 (Weinheimer Nachrichten) Jubiläum: Mit einem Konzert aller seiner Formationen beendet der Gesangverein Liederkranz 1841 sein dreitägiges Festwochenende

 

SCHRIESHEIM. Lange anhaltender Beifall, Standing Ovations und mehrere Zugaben: Das Konzert des Gesangvereins Liederkranz zum Abschluss des Festwochenendes anlässlich seines 175-jährigen Bestehens übertrifft alle Erwartungen. Dass die Veranstaltung so gut besucht ist, das freut den Vorsitzenden Klaus Urban nach dem eher enttäuschenden Besuch zum Auftakt am

Freitag natürlich sehr.

Urban begrüßt Vertreter der evangelischen Kirche, die beiden Ehrenbürger Peter Hartmann und Peter Riehl, den Landtagsabgeordneten Georg Wacker, Bürgermeister Hansjörg Höfer, Gemeinderäte, viele Vertreter der örtlichen Vereine. Sein Gruß gilt aber auch der Familie Müller: „Ihr Vorfahr hat den Liederkranz vor 175 Jahren in einer turbulenten Zeit aus der Taufe gehoben.“

Die gut gefüllte Mehrzweckhalle ist in den Liederkranz-Farben grün, rot und weiß geschmückt. Vor dieser Kulisse wird das Publikum in die Welt der Operette, der Oper und des Musicals entführt. Dass alle Aktiven des Vereins bereits mehrere Tage ein straffes Programm hinter sich haben, das merkt man ihnen nicht an.

Thorsten Gedak dirigiert

Der Männer- und der Frauenchor unter Leitung von Thorsten Gedak wie auch der Jugendchor unter Leitung von Irmtrud Menz präsentieren in ihren Vorträgen einen kraftvollen Klang, der dennoch leicht daherkommt. Die Stimmen zeigen sich kontrastreich und belegen die Töne von hell bis dunkel, legen in ihre Stimmen Stärke wie Zurückhaltung. Eitel, wie Männer nun einmal sind, fragen diese musikalisch den Spiegel nach dem Schönsten im Land, um dann neidvoll auf den Erfolg von „Bel Ami“ bei den Frauen zu sehen. Diese bekennen „What a Saturday Night“, wenngleich es heißen sollte „What a beautiful Sunday“. Den Abschluss bildet der Jugendchor mit der zuckersüßen Titelmelodie aus dem „Titanic“ Film und dem programmatischen „Thank you for the Music“, Hierbei springt die Begeisterung der Akteure endgültig auf das Publikum über. Das Solo „Hall holy queen“ von Charlotte Günther aus „Sisters Act“ erfolgt stimmlich ebenso prägnant wie akkurat, als wäre es mit dem Diamantenschleifer herausgearbeitet. Der zweite Teil des Konzertes versetzt das Publikum in die Welt der Operette und der Oper, zunächst in das lebensfrohe Neapel.

Auf dem Programm als „Drei Tenöre“ angekündigt, sind es eigentlich nur zwei Tenöre (Thorsten Gedak und Gerhard Schramm), ergänzt durch den Bariton Hans-Josef Overmann, die am Klavier von Thomas Adelberger begleitet werden, der sich aber ebenfalls mit Gesang einbringt.

Begeisternde Solisten

Gemeinsam klagen sie über die „Strafe für einen Kuss“. Von der Wolga geht es mit dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ schnurstracks in das Reich der Mitte. Die Solisten sparen nicht mit witzigen Gesten und flotten Sprüchen, verpassen dem Tenor Gerhard Schramm eine angedeutete Kopfnuss, als er nicht vom hohen C kommen will. Sopranistin Carolin Samuelis-Overmann

erhebt das Glas, gefüllt mit Schriesecco, zum Trinklied aus „La Traviata“.

Frenetischer Applaus kommt auf, und auch die Zugaben fehlen nicht. Es ist ein Konzert von hoher Professionalität, ein Genuss für jeden Zuhörer. „Da muss man lange suchen, um Vergleichbares geboten zu bekommen“, schwärmt am Ende ein Zuhörer beim Hinausgehen. Zusammenfassend: ein würdiger Abschluss für das große Festwochenende, das insgesamt eine gelungene musikalische Jubiläumsfeier geworden ist.

Eine, die großartige und frische Stimmen mit traditionsreichen und neuen Titel zeigt und dabei Gäste aus Nah und Fern zusammenführt.   greg

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Begeistert verfolgen die Zuschauer die Auftritte des Jugendchors (links) und des Frauenchors (rechts) beim

Konzert anlässlich des 175·jährigen Bestehens des Gesangvereins Liederkranz Schriesheim.   BILDER: GREGOR