Sonstiges – „Morgenmusik“ am Abend und Uraufführung von Fritz Metz

Juli 2017 (Weinheimer Nachrichten) Konzert: Bei der 39. Hohensachsener Serenade bieten wieder alle Hohensachsener Chöre und Instrumental-Ensembles auf dem Anet-Platz Musikgenuss auf hohem musikalischen Niveau

 

HOHENSACHSEN. Der erfreuliche Zuspruch bei der 39. Hohensachsener Serenade zeigte, wie sehr Musikfreunde bei der letztjährigen Veranstaltung, an der nur zwei Gruppen teilgenommen hatten, die Angebote aller örtlichen Musik- und Gesangvereinigungen vermisst haben. Alle Sitzplätze waren am Samstag besetzt, einschließlich der Treppenstufen auf dem höher gelegenen Vorplatz.

Freudig begrüßten die Zuhörer die zahlreichen Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalisten. Mit einem zündenden „Marsch“ von Oskar Böhme wurde unter der Leitung von Dr. Stefan Hübsch vom Posaunenchor der Abend eingeleitet; passender Einstieg für die Ansprache von Monika Schmitt, Vorsitzende des Blockflöten- und Instrumentalkreises, die unter dem Lied-Motto nach einem Text von Paul Gerhardt „Geh‘ aus mein Herz, und suche Freud“ die Besucher willkommen hieß.

Der Funke sprang auch gleich über beim folgenden Auftritt des Schulchores und der Instrumental-AG der Sepp-Herberger Grundschule in ihrem schicken blauen Dress. Die Kinder demonstrierten begeistert, welch feines Gespür ihre Pädagogin und Leiterin Ursula Naß hat. Die Zuhörer hatten ihre Freude an dem toll gesungenen „Begrüßungs-Swing“ von Bruno Matern, an „Raditsching bum bum“, „Das Lied vom Feste feiern“ von Heinz Lemmermann und „Heidi deidi“ von Pierre van Hauwe.

Großen Anklang fanden die Musikstücke „Morgenmusik“ von Franz Möckl und „Spiel mit“ von Roland Leibold mit Quer- und

Blockflöten, Gitarren, Pauke, Trommel und Saxofon. Der Männergesangverein 1850 Hohensachsen ließ unter seinem Dirigenten Volker Schneider bei „Schöner Odenwald“ von Fritz Metz/Hermann J. Settelmeier beste Stimmung aufkommen, insbesondere beim Chorsatz „Niemals geh ich fort von hier“.

Ein Kabinettstück an Eleganz und Anmut das Stück „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke, differenziert gespielt vom Blockflöten­ und Instrumentalkreis unter Leitung von Ursula Naß, dem der galante Stil vom großartig dargebotenen Minuet aus der Feldparthie von Josef Haydn in nichts nachstand.

Mit der lockeren Melodie „Oh, what a day“ von Lorenz Maierhofer und „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Augustin Harder, dargeboten vom katholischen Kirchenchor unter dem Dirigat von Renata Bueno Tavares und danach in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Kirchenchor mit dem Lied „Musik erfüllt die Welt“ von Walther Schneider übertrug sich die Fröhlichkeit der Sängerinnen und Sänger auf die Zuhörer.

In ein Wechselbad der Gefühle tauchte der Posaunenchor das Publikum mit dem Menuett von Oskar Böhme. Dass der evangelische Kirchenchor mit Dirigentin Svetlana Klaus zu großen Leistungen fähig ist, bewies er mit Otto Grolls Chorsatz „Sing mit mir“ und Beethovens Hymne „Freude schöner Götterfunke“ (Text Friedrich Schiller).

Spannend machte Monika Schmitt die Uraufführung von „Opus 107, III/17“ von Fritz Metz. Der Blockflöten- und Instrumentalkreis hatte die ineinandergreifenden Themen, Töne und Klänge sehr gut durchgeformt und die Übergänge differenziert mit bestechender Präzision gestaltet.

Ein lauer Wind kam auf, aber es fielen nur einige Regentropfen, die dem prächtigen Chorwerk „Santiano“ von Hartmut De Krech/Mark Nissen vom MGV 1850 nicht schadeten. Das Lied „Doswidanja“ bot einen weiteren Höhepunkt.

Monika Schmitt dankte allen Beteiligten und dem Vorsitzenden des MGV 1850, Walter Spieth, für die Übernahme der Gesamt-Organisation. Mit „Ade zur guten Nacht“ für alle Sänger, Musiker und Zuhörer klang die Serenade mit großem Beifall der Zuschauet aus. G.J.

Hervorragend besucht war die traditionsreiche Serenade am Samstag auf dem Anet-Platz in Hohensachsen. BILD: PHILIPP REIMER