Weinheim Sängerkreis – Ein Festival des Chorgesangs

Juli 2017 (Mannheimer Morgen) Heddesheim: Sängerkreis Weinheim präsentiert sich beim „Heddesema Dorffeschd“

Von unserem Redaktionsmitglied Hans-Jürgen Emmerich

 

Ob „Mit 66 Jahren“ von Udo Jürgens, sieben Brücken von Peter Maffay oder Fernando von ABBA: Chöre aus dem Sängerkreis Weinheim haben beim ersten „Heddesema Dorffeschd“ eine ganze Reihe von Ohrwürmern zum Besten gegeben, die in den Besuchern noch lange nachgeklungen haben. Davon ist Sabine Nick überzeugt. Die Leiterin des örtlichen Kinder- und Jugendchors hatte das Programm zusammengestellt.

„Wir haben die Chöre ziemlich schnell gefunden“, sagte sie im Gespräch mit dem „MM“. Und das ganz ohne Gage. Alles, was die singenden Gäste von der Gemeinde erhielten, war ein Getränkegutschein für die Aktiven. „Das Programm ist sehr abwechslungsreich“, freute sich Nick, die ebenso gekonnt wie informativ und unterhaltsam durch mehr als zwei Stunden Chormusik führte.

„Ich finde es toll, dass wir uns hier präsentieren können“, betonte der Vorsitzende des Sängerkreises Weinheim, Rudi Neumann. Er zeigte sich erfreut über diese Auftrittsmöglichkeit vor einem großen Publikum. Das wiederum bedankte sich immer wieder mit Beifall für das, was die Sängerinnen und Sänger auf der mobilen Bühne der Sparkasse Starkenburg, dem Stagemobil, zum Besten gaben.

Den Auftakt machte der Männerchor der Sängereinheit Ladenburg unter der Leitung von Thomas Wind, der unter anderem „Roll, Jordan, Roll“ und ein Trinklied im Gepäck hatte. Der Liederkranz Schriesheim schickte mit seinen Frauen und Männern gleich zwei Chöre in die Nachbarschaft, beide unter Leitung von Thorsten Gedak. Die Frauen die warben unter anderem für „Ice in the Sunshine“, die Männer gingen ihren musikalischen Weg über sieben Brücken bis zu Frank Sinatras „My Way“.

Die noch relativ junge Formation Germania Rocks aus Neckarhausen begeisterte das Publikum vor allem durch ihre Bewegungen und durch ihre temperamentvolle Chorleiterin Elena Kleiser-Wälz. Bei ihrem Gospel. „Heaven is a wonderful Place“ klatschten die Zuhörer auf dem Platz begeistert mit.

Für einen allerdings war das kleine Chorfestival in Heddesheim leider einer seiner letzten Auftritte in der Region. Dirigent Friedemann Stihler verlässt Deutschland und geht in die USA, um in einer Kirchengemeinde in Georgia als Organist und Chorleiter zu arbeiten. Den Frauenchor Cara Mia vom Singverein Laudenbach leitet er seit 2012, viele Stücke arrangierte er selbst. Diesmal sang der Chor die ABBA­Hits „Fernando“ und „Thank You for the Music“.

„Es sind viele tolle Chöre dabei“, urteilte Ingrid Müller, die Frauenreferentin des Sängerkreises Weinheim. Ohne Frage der beste von allen war der Mannheimer Gospelchor Joyful Voices, ebenfalls unter der Leitung von Friedemann Stihler. Nicht ohne Grund holte dieses Ensemble 2014 den badischen Kirchenmusikpreis.

Mit nur elf Aktiven auf der Bühne rissen die Sänger das Publikum regelrecht mit, etwa mit „Thls Little Light“. Die Solistin Astrid Bauer eroberte die Herzen der Zuhörer mit ihrer souligen Stimme im Sturm. „To Me it’s so wonderful“ sang sie, und damit meinte sie nicht nur das Singen, sondern auch Jesus – ein beeindruckendes Glaubensbekenntnis und eine sängerische Leistung, die die Zuhörer frenetisch feierten und noch einmal hören wollten.

Dass Singen keine Frage des Alters ist, machte der gemischte Chor des MGV Sängerbund Großsachsen deutlich, unter anderem mit dem Udo-Jürgens-Hit „Mit 66 Jahren“. Doch was wären die Chöre ohne Nachwuchs? Wie sehr Singen Spaß macht, stellten zum Abschluss dieses kleinen Chorfestivals die Kinder von Sabine Nick unter Beweis, unter anderem mit „Shalalalala“. Bei so

vielen jungen Stimmen muss einem um die Zukunft des Chorgesangs in Heddesheim nicht bange sein.

Singen verleiht Flügel, wie der Kinderchor Heddesheim zeigt. BILD: NINA COTTONE/ZG