Geschichte

Geschichte des Sängerkreises im Süddeutschen Raum

Bis 1903 waren die meisten Gesangvereine aus dem pfälzischen Raum nicht organisiert, obwohl es den „Badischen Sängerbund“ und den „Neckartal Sängerbund“ bereits gab. Deshalb entschlossen sich die drei Vorstände der Feudenheimer Gesangvereine eine Versammlung mit dem Ziel abzuhalten, einen Gauverband zu gründen.

 

Man gab ihm den Namen „Badischer-Pfalzgau-Sängerbund“ – seine Gründung war am 4. Oktober 1903 mit zunächst 6 Gesangvereinen.

 

1921 beschloss man, sich dem „Badischen Sängerbund“ anzuschließen. Beim 25jährigen Jubiläum 1928 waren 55 Vereine aus dem Stadtbezirk Mannheim und dem Landkreis Mannheim-Land mit den Bezirken Weinheim und Schwetzingen Mitglieder.

 

Nach dem 2. Weltkrieg kam es unter dem Bezirksvorsitzenden Herrn Erwin Lotz in den 60er Jahren bereits zu Unstimmigkeiten, so das es zu einer Aussprache über den Austritt aus dem „Kurpfälzer Sängerkreis Mannheim“ kam. Mit dem Rücktritt des Kreisvorsitzenden Werner Oest im Jahr 1983 wurde die Verselbstständigung wiederum sehr aktuell, zumal Herr Oest ohne Rücksprache mit dem Bezirksvorsitzenden Erwin Sommer (Weinheim) und Herbert Rauchholz (Schwetzingen) Herrn Gerhard Kah als seinen Nachfolger vorschlug.

 

Deshalb berief der Vorsitzende des Bezirks II Weinheim, Herr Erwin Sommer einen außerordentlichen Sängertag ein, auf dem der 2. Vorsitzende Philipp Otto über die vorhergehenden Sitzungen des „Kurpfälzer Sängerkreis Mannheim“ im Jahr 1983 berichtete. Gerhard Wind als Kreischorleiter ist von den chorischen Leistungen des Bezirks 1 Mannheim sehr enttäuscht. Ebenso enttäuscht sind die Mitglieder des Bezirks III Schwetzingen, die in enger Beziehung mit dem Bezirk II bleiben.

 

Als am 15. Oktober 1983 auf einem außerordentlichen Bezirkssängertag Herr Erwin Sommer und Herr Gerhard Wind in übelster Weise angegriffen wurden, hat eine schnell einberufene Vorständesitzung im Bezirk II (es gibt 2 Satzungen: eine von 1956 und eine von 1977, die aber in veränderter Form 1979 nicht verabschiedet wurde) stattgefunden, mit dem einstimmigen Beschluss, einen außerordentlichen Bezirkssängertag einzuberufen mit dem Ziel der Verselbständigung. 29 Vereine mit 52 Delegierten versammelten sich zur Beratung; als bekannt wurde, daß seit Jahren keine gültige Satzung vorliege, bildeten sich zwei Meinungsgruppen:
a) auf der für den 5. November 1983 einberufenen Versammlung soll kein Delegierter des Bezirks II gehen,
b) andere sind der Meinung, man solle hingehen und die Wahl ablehnen mit dem Argument, dass die nicht genehmigte Satzung von 1977 nicht in veränderter Form 1979 verabschiedet wurde, und so nicht gültig sei.
Acht Vereine stimmen für den Vorschlag b, nämlich die Versammlung zu besuchen, da eine Neuwahl nur für ein halbes Jahr nicht nötig sei und bis dahin in aller Ruhe über den Fortgang beraten werden könne, um zu einem für alle befriedigenden Beschluß zu kommen.

 

Die Versammlung am 5. November 1983 geriet sehr schnell in eine hitzige, vergiftete Atmosphäre, die der scheidende Vorsitzende Werner Oest zunächst zu entgiften versuchte dadurch, daß er die Ehrungen vorzog. Rudolf Dasding und Herbert Rauchholz vom Bezirk III erhielten den Ehrenteller, Ehrenmitglieder wurden Dr. jur. Heinz Roth und Kreischorleiter Gerhard Wind; Werner Oest wurde Ehrenkreisvorsitzender, da er den Vorsitz niederlegte. Daraufhin verlas Philipp Otto für den nicht anwesenden Vorsitzenden des Weinheimer Bezirks II, Erwin Sommer, eine Erklärung, in der das Zustandekommen des heutigen Kreistages kritisiert wurde und der Antrag gestellt wurde, dass zur ordentlichen Versammlung im April 1984 die Führung des Sängerkreises gleichberechtigt von den drei Bezirksvorsitzenden fortgeführt werden könne. Darüber hinaus spricht die Erklärung von Misständen in der bisherigen Führung, die dem Ansehen des „Kurpfälzer Sängerkreises Mannheim schadeten. Dieser Erklärung schließt sich der Vorsitzende des Bezirks III, Herbert Rauchholz an.

 

Nach dieser Erklärung stellt der stellvertretende Vorsitzende des Mannheimer Bezirks 1 Karl-Heinz Huft unbeirrt den Antrag, Gerhard Kah zum alleinigen Kreisvorsitzenden zu wählen und kündigte gleichzeitig an, dieser werde das Amt kommissarisch verwalten, wenn keine Mehrheit zustande komme; ein wütendes Gelächter war die Antwort. Die weitere Debatte über Verfahrensfragen geriet aus den Fugen. Als sich schließlich, kraft Mehrheit, die Abstimmung nicht vermeiden ließ, verließen etwa 2 Dutzend Vereinsvorsitzende demonstrativ den Saal, gefolgt von Pfui-Rufen und Lärmen der übrig gebliebenen Vorsitzenden.

Da die Abstimmung auch jetzt noch stattfinden sollte, verließen der stellvertretende Vorsitzende Philipp Otto vom Bezirk 11 und der Vorsitzende des Bezirks III Herbert Rauchholz mit weiteren Vorsitzenden den Saal.
Gerhard Kah wurde sodann in geheimer Wahl mit 60 Stimmen, aber immerhin noch 32 Gegenstimmen, vier ungültigen und eine Enthaltung zum Kreisvorsitzenden gewählt. Ein außerordentlicher Kreisbezirkstag des Bezirks II beschließt am 3. Dezember 1983 den endgültigen Austritt; 27 Vereine mit 47 Stimmen für ja, die 2 Hessischen Vereine enthalten sich mit drei Stimmen. Auch der Bezirk III beschließt einen Tag später seinen Austritt.

 

Nachdem der „Badische Sängerbund“ der Verselbständigung der beiden Bezirke am 12. Februar 1984 zugestimmt hat, kommt es am 31. März 1984 in Lützelsachsen zur konstituierenden Versammlung; 7 Bürgermeister, 5 Ortsvertreter und die Vertreter der Presseorgane verfolgen gespannt die Versammlung. Nach einer sehr sachlichen Aussprache wird um 15.46 Uhr das Ergebnis der geheimen Wahl bekanntgegeben. 32 Vereine stimmten der Verselbständigung zu, die zwei hessischen Vereine enthalten sich der Stimme. Bei der Festlegung des Sängerkreisnamens wird dieser bei einer Enthaltung festgelegt: „Sängerkreis Weinheim“. Der bisherigen Vorstandschaft, besonders dem Vorsitzenden Erwin Sommer und Gerhard Wind wird gedankt und sie erhalten einen Ehrenteller. Es folgt die einstimmige, schnelle Wahl der neuen Vorstandschaft.

 

1. Vorsitzender: Erwin Sommer, Stellvertreter: Philipp Otto, Schriftführer und Sachbearbeiter für Ehrungen: Willi Hamburger, Schatzmeister: Dieter Dilger, Kreischorleiter: Gerhard Wind, Pressewart: Rolf Lentz, Jugendvertreter: Karl-Heinz Öhlenschläger, Frauenvertreterin: Maria Mayer, Beisitzer: Gabi Juraschek-Kraft und Helmut Kinzig

 

Dem ausscheidenden Vorstandsmitglied Horst Lotz (Schriftführer und Kassenwart) dankt der neue Vorstand für die bisherige, ehrenamtliche Arbeit. Der Sängerkreis Weinheim erhält die Nummer 22 im Badischen Sängerbund. Der Sängerkreis Weinheim schafft sich ein eigenes Emblem. Ihm gehören 28 Männer-, 3 Frauen-, 1 Gemischter-, 1 Jugend- und 6 Kinderchöre an. Aktive Sängerinnen und Sänger 2 354, fördernde Mitglieder 5 427, insgesamt 7 781 Mitglieder. Die erste Hauptversammlung soll am 16. März 1985 stattfinden. Der wiedergewählte Vorsitzende Erwin Sommer sagte zum Abschluss „In einer historischen Tagung ist es gelungen, Gemeinsamkeit zu demonstrieren.“

 

Am 12 April stimmt der Badische Sängerbund der Verselbständigung zu. Am 27. Dezember 1984 wird die als gültig anerkannte Satzung des Sängerkreises Weinheim e. V beim Amtsgericht Weinheim unter Nr. 509 ins Vereinsregister als gemeinnützig anerkannt eingetragen.
Im Sängerkreis Weinheim finden jährlich 25 bis 30 wirklich herausragende Konzerte statt, was ein Beweis für die Aktivitäten im Sängerkreis ist. Daneben finden in vielen Vereinen Theateraufführungen statt. Auch Feste jeglicher Art wie Muttertag, Ostern, Totengedenken und Stadtfeste werden von unseren Gesangvereinen reichlich unterstützt. Diese alle zu erwähnen, würde den Rahmen sprengen.

Mitglied des Badischen Chorverbandes