Großsachsen Sängerbund – Der Großsachsener Sherlock ermittelt

Juli 2018 (Weinheimer Nachrichten) MGV Sängerbund: Für die Theatergruppe beginnt die Probenphase / Arbeit am Stück “Rendezvous für eine Leiche” / Premiere am 19. Oktober in der Alten Turnhalle

 

GROSSSACHSEN. Schlafzimmerblick, schleppende Sprechweise, plumpe Fragen: Polizist Eugen Obacht ist nicht gerade ein wachsames Auge des Gesetzes. Trotzdem macht er sich mit Feuereifer an die Ermittlungen in einem Mordfall, der sich im Dorfgasthof abgespielt haben soll. Da gibt es zwar eine Menge Verdächtiger, aber keinen Toten. So stellt sich die Situation in Jutta Gutzeits Krimikomödie “Rendezvous für eine Leiche” dar, in deren zweitem Akt der Großsachsener Sherlock seinen Auftritt hat.

Nach mehreren Leseproben übt die Theatergruppe des MGV Sängerbund Großsachsen gerade “live” an der Szene, und die WN werden Zeuge von Obachts kriminalistischem Spürsinn. “Was hawwe dann Sie zu verberge?”, quetscht der Dorfpolizist alias Steffen Kunz zwei Verdächtige aus. Die “zwielischtische Gschtalte” antworten, wie es wohl jeder an ihrer Stelle täte: “Nichts”.

Mathilde Oel (Karin Kunz) und Lena Dorf (Johanna Mayer) wollen nur die gesunde Landluft genießen.

Ihre Nachnamen geben ebenso wie die Mundart eine Prise rustikalen “Saasemer” Charme zu dem Stück, das auch bei der Besetzung auf die Bedürfnisse der Truppe zugeschnitten wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen herrscht hier nämlich kein “Personalmangel”, sodass für die beiden jüngsten Schauspieler, die zwölfjährigen Phillip Mayer und Simon Kalitz, noch eine Rolle dazu geschrieben wurde. Johanna Mayer ist trotz ihrer 14 Jahre kein Neuling mehr auf der Bühne, hat diesmal ihre erste “große” Rolle.

Für den Zuschauer ist das Geschehen noch einigermaßen verwickelt, daher klärt Kunz auf: Es beginnt mit Robert (Michael Herr­

mann), der per Annonce eine Frau kennengelernt hat, mit der er ein romantisches Wochenende im Gasthof verbringen will.

Was er nicht ahnt: Die Anzeige hat seine eigene Frau aufgesetzt. Und als er zur nächtlichen Stunde mit seinem Freund Ralf ankommt, ist dort alles dunkel. Sie steigen ein und stolpern über eine Leiche, die die folgenden chaotischen Geschehnisse in Gang setzt. Karl­Heinz Deppe spielt den schwulen Kumpel, und auch wenn er noch das Textbuch braucht, merkt man ihm die Freude an seiner tuntigen Rolle schon an.

Für Florian Otto ist das Stück die erste Erfahrung mit der Schauspielerei, doch auch seine Rolle, die des Dorfcasanovas und Machos Schorsch, ist dankbar. Er wird angehimmelt vom Zimmermädchen Liselotte (Martina Kalitz). Man kann sie sich lebhaft vorstellen in Kittelschürze und Schlappen, auch wenn im Moment noch nicht an Kostüme zu denken ist: Die Mannschaft hat dafür noch etwas Zeit, erst am 19. Oktober steht die Premiere an, weitere Aufführungen folgen am 20. und 21. in der Alten Turnhalle.

Dieter Korsch, mit 85 Ältester in der Runde, hat bereits einen exakten Plan gezeichnet als Basis für sein Bühnenbild.

Daneben spielt er noch einen Briefträger, der mit der Wirtin (Michaela Striefler) anbandelt. Martin Bahr, Petra Mayer, Rebecca Frohn, Souffleuse Christiane Otto und Tontechniker Christian Mayer vervollständigen die Gruppe, die zudem in Sachen Bewirtung unterstützt wird: Weil Schnitzel, Weißwürste, Käseteller und Fischbrötchen im Stück vorkommen, werden auch die Zuschauer damit verwöhnt; mal übernehmen die Sänger, mal der Reiterverein und am dritten Abend die Großsaasemer Buwe die Küche.

Und weiter geht’ s mit Leiche und Ermittlungen: Ist sie in der Truhe, auf die Ralf mit flottem Hüftschwung springt? Ist sie in Lieselottes-Schrank? Oder gibt es sie am Ende gar nicht? Eins steht fest: Ermittler Eugen bleibt dran. stk

Sie proben für ihren großen Auftritt im Oktober: Die MGV- Theatergruppe trifft sich wieder im Anbau der Alten Turnhalle” um sich auf ihre Aufführungen im Oktober vorzubereiten. Die Krimikomödie heißt “Rendezvous für eine Leiche”. Premiere ist am 19. Oktober.   BILD: MARCO SCHILLING