Hohensachsen MGV 1850 – Wenn Spaß am Singen zu einer Epidemie wird

April 2018 Der Junge Chor des MGV 1850 Hohensachsen feiert seinen 15. Geburtstag mit Liedern aus Pop, Swing und Jazz

 

HOHENSACHSEN. Mit 15 ist man volle Lotte in der Pubertät. Da wird ausprobiert, manchmal auch losgestürmt, und die Welt steht einem offen. Das gilt auch für den Jungen Chor des 1850 gegründeten MGV Hohensachsen, der sich vor 15 Jahren mit sieben Sängerinnen und Sängern daran machte, die Welt des Gesangs für sich zu entdecken. Ansteckend war das, zu einer regelrechten Epidemie des Singens hat das geführt, wie Vorstandssprecher Walter Spieth zu Beginn des Konzertes am Freitagabend in der evangelischen Kirche Hohensachsen meinte, ehe der deutlich kleinere Männerchor unter Vizechorleiter Artur

Hamburger mit „Mondnacht“ von August Pannen und dem „Schifferlied“ von Friedrich Silcher das neue Programm seines Jungen Chores vom Stapel ließ.

Über 50 Frauen und Männer zogen anschließend in die sehr gut besuchte Kirche und legten los wie die Feuerwehr mit dem swingenden „Opus one“, einer Filmmelodie aus den 40er- Jahren, und dem gute Laune machenden „Laughter In The Rain“. Isabell Hückelheim und Ralf Schwind sorgten mit Erläuterungen zu den Liedern für eine sympathische Moderation.

Schnell war die gleiche Wellenlänge von Chorleiterin Margit Pöhlert und ihrer illustren Truppe spürbar. Voll konzentriert, aber auch mit unverkennbarer Freude an Rhythmen und Harmonien ging es zur Sache. Dabei spielte es keine Rolle, ob ein Stück wie „Cute“ aus dem Jazz­Bereich, der Bossa „One Note Samba“ oder der smarte Beach-Boys-Popsong „I Can Hear Music“ auf dem Programm standen: Der Junge Chor sang sich von Stück zu Stück mehr in einen Rausch. Das Repertoire hat längst in etwa die Anzahl der rund 50 Aktiven erreicht, und es sitzt in den Köpfen. Auf Notenblätter konnte verzichtet, dafür der Freiraum für die Darbietung genutzt werden, denn das, was der Junge Chor so singt, geht auch geradewegs in die Beine.

Zur Überraschung des Abends trat mit zwei Stücken noch ein kleiner Projektchor mit Sängerinnen und Sängern von „Swinging Auerbach“ bei Bensheim auf. Das „Feelin Groovy“ von Paul Simon und „I Sing, You Sing“ des schwedischen A-cappella-Quintetts „The real Group“ erforderten perfektes Timing beim Einsatz und können an Flüssigkeit und Geschmeidigkeit in der Darbietung noch zulegen. Eine schöne, beschwingte und passende Beigabe zum begeisterungsfähigen Auftritt des Jungen Chors war es allemal.

Und wer weiß: Vielleicht greift nach diesem Auftritt die Epidemie des Spaßes am Singen weiter um sich. Sänger mit Bass-Stimme sind besonders gefragt. Geprobt wird donnerstags um 20 Uhr im Sängerheim in Hohensachsen.  dra

Der Spaß am Singen verbindet die über 50 Sängerinnen und Sänger des Jungen Chors Hohensachsen. BILD: MARCO SCHILLING