Laudenbach Singverein – Sänger bieten Zusammenhalt

Januar 2018 (Weinheimer Nachrichten) Verein übergibt Spende an die Musikschule Badische Bergstraße /Jahreshauptversammlung

 

LAUDENBACH. „Wir sind die Füße der Kinder, die keinen Weg mehr gehen.“ Nachdrücklich mahnend stimmte die 20-köpfige Schar der Sternsinger in das Engagement gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein und gewann im Nu die Herzen ihrer zahlreichen Sangeskollegen, die Singvereinschef Friedhelm Stiller traditionsgerecht am Dreikönigstag zur Generalversammlung ins Sängerheim eingeladen hatte. Es klingelte reichlich in den Sammelbüchsen der Kinder – und in der stets klammen Kasse der Musikschule Badische Bergstraße. die der Singverein dank Vorstandsbeschluss spürbar entlastete. Jürgen Osuchowski, Leiter der Weinheimer Musikantenschmiede, nahm den ansehnlichen Scheck gern entgegen.

Die Freude am Vereinsleben und den Veranstaltungen, der gute Besuch der Singstunden und der Zusammenhalt untereinander seien wichtige Ressourcen des Singvereins, sagte Stiller in seinem Rechenschaftsbericht. Besonders spiegle sich das im allgemein umfangreichen Engagement wider, dankte der Vorsitzende ausdrücklich und namentlich insbesondere den Mitgliedern des Vorstands und jenen, die weitere wichtige Aufgaben übernommen hatten.

In seinen Dank bezog Stiller auch die Chorleiter ein, in deren Reihen der Singverein mit dem berufsbedingten Ausscheiden des Frauenchor-Leiters Friedemann Stihler eine Zäsur erlebt hatte. Mit dessen Nachfolger Andreas Beraldo allerdings hätten die Damen des Frauenchors „Caralvlia“ nach erfolgreicher Vermittlung durch Vize-Chorleiterin Katrin Fuchs ganz sicher „einen guten Griff getan.

Problem: Mitgliederschwund

Insgesamt sei das Vereinsjahr vor allem von den Vorbereitungen auf die Konzertreise nach Weimar geprägt gewesen, sagte der Vorsitzende und stellte fest: ‚“Der Singverein ist als wichtiger Treffpunkt ein sozialer Begegnungsraum mit eigenem Sängerheim und somit ein Ort, der zur geistigen und körperlichen Verjüngung beitragen kann.“ Der Verein könne daher aus einem Fundus schöpfen, der es ermögliche, die anstehenden Ziele zu erreichen, sagte Stiller weiter. Er nannte vor allem den Mitgliederschwund, dem man mit massiver Werbung begegnen müsse. Eine Vorstandssitzung werde sich schon in den nächsten Tagen mit dem Problem befassen, wobei auch an ein externes „Chorcoaching“ gedacht sei. Dazu gelte es, sich den grundlegenden Fragen für ein Gesamtkonzept zu stellen, das als Sängernachwuchs nicht ausschließlich junge Leute, sondern auch Einwanderer und „Menschen Ü 60“ ins Blickfeld nehme. Denn immerhin: „Wir können ihnen Gemeinschaftsgefühl und soziale Bindung bieten, was erwiesenermaßen lebensverlängernd wirkt.“

Ebenso engagiert wie auf der Bühne des Gesangs nahm Ingrid Sieb die Hürde der Sprecherin von „CaraMia“ zum humorvollen Streifzug durch die Ereignisse des vergangenen Jahres. Es sei geprägt gewesen von „ABBA“, den Vorbereitungen dazu und vom Konzert selbst. „Wir waren von der Resonanz überwältigt“. Aber auch zwei Orgelkonzerte mit Friedemann Stihler, ein Freundschaftssingen in Heddesheim („Der Laden war voll“), ein Sommerkonzert und natürlich die Reise nach Weimar standen auf dem Programm. Von Chorleiter Andreas Beraldo erwartet die Chorsprecherin „neue Impulse“.

Auch Schriftführer Matthias Hertlein gab seinem Bericht im Rückblick eine persönliche Färbung. Es sei bemerkenswert, wenn ein gutes Viertel aller Mitglieder zur der Einladung zur Generalversammlung folge, sagte er. Die Leistungsfähigkeit des Vereins betreffe nicht nur den Chorgesang, sondern auch die Organisation und Durchführung vielen Konzerte, der Reisen und Chorauftritte. Sein Streifzug erinnerte an Kappenabend und Grillfest, an ein Musikfestival in Horb und ein Rockkonzert mit Friedemann Stihler und schließlich an die stimmungsvolle Weihnachtsfeier der beiden Chöre.

Nach so viel Lob blieb für Organisationsleiter Erhard Schmitt nach einleitenden „besinnlichen“ Worten nur noch der wiederholte Dank an die vielen Helfer. Ausdrücklich bezog er die Jungsänger wegen deren besonderen Kerweeinsatz ein, konnte sich aber einen kleinen Seitenhieb auf das müde sängerische Engagement des (gleichwohl in die Jahre gekommenen) „Nachwuchses“  nicht verkneifen.

„Positives Endergebnis“

Ein ausgeglichener Haushalt ist das Geheimnis guter Schatzmeister. Norbert Luber beweist das seit vielen Jahren stets aufs Neue „mit gleichen Inhalten, aber anderen Zahlen“. Er präsentierte den Mitgliedern ein überschaubares, aber immerhin „positives Endergebnis“, das sich unter vielem anderen zusammensetzt aus den Resultaten des erfolgreichen ABBA-Konzerts, der Bewirtschaftung des Sängerheims und der (finanziell weniger erfolgreichen) Chorreise nach Weimar.

Hinsichtlich der Mitgliederentwicklung sind die Zahlen, die der Kassier vorlegen musste, bei einem Schwund vom Vorjahresstand (204) auf nunmehr 196 allerdings bedenklich. Immerhin jedoch: Dank „Cara­Mia“ finden sich unter den 61;1 aktiven Sängern 26 Frauen. „Grandios, exzellent“ schwärmte Kassenrevisor Karl Giegrich angesichts der tadellosen Kassenführung und bezog in seinen Antrag auf Entlastung des Kassiers gleich den gesamten Vorstand mit ein.

Damit hatte auch Dr. Bernhard Wahl keine Probleme. Er bescheinigte der Vereinsführung „wirklich gute Arbeit“. Man fühle sich wohl im Singverein, ein Gefühl, das zusammenhalte, sagte er und zeigte sich davon überzeugt, dass sich der Traditionsverein zum 150-jährigen Jubiläum in zwei Jahren würdig präsentieren werde. Als Nachfolgerin für die turnusmäßig ausscheidende Kassenrevisorin Helga Jöst wählten die Mitglieder Brigitte Gassmann. he

Bei der Jahreshauptversammlung des Singvereins übergibt Vorsitzender Friedhelm Stiller (rechts) die Spende an Musikschulleiter Jürgen Osuchowski. BILD: PHILIPP REIMER