Schriesheim Eintracht – Die Hölzels waren sichtlich, gerührt

Oktober 2018 (Rheim-Neckar-Zeitung) Eintracht-Vorsitzender Helmut Hölzel und seine Frau Erika wurden beim Lieder- und Ehrungsabend des MGV besonders hervorgehoben

Von Carolina Paul

 

Schriesheim. Eine Betriebsanleitung zum Umgang mit Männern trug am Sonntagabend der Männergesangsverein Viernheim zum stimmungsvollen Lieder- und Ehrungsabend der Eintracht im Zehntkeller bei. Bevor „Die Männer sind schon die Liebe Wert“ von Adolf Steimel erklang, hatten kleine und große Damen der Schöpfung das Wort, nämlich Weinkönigin Sophie Koch, Weinprinzessin Ivanka Crößmann und die kleine Prinzessin Antonia Brand. Sie fanden den „Wein und Liebe“ im Programm besonders passend.

Bürgermeister Hansjörg Höfer fand hingegen alleine schon die Masse an Sängern beeindruckend: „Das ist ein gutes Zeichen für die Chormusik, dass wir sogar die Bühne vergrößern mussten, damit alle drauf passen“, sagte er und freute sich über das partnerschaftliche Verhältnis zwischen den Chören aus Viernheim und Schriesheim. „Schriesheim kann sich mit Fug und Recht ‚Sängerstadt‘ nennen“, sagte Höfer. Für die richtige Stimmung hatte zuvor schon die Volkstanzgruppe der Eintracht, unter der Leitung von Jürgen Gustke, gesorgt. In der „Mühlenpolka“ wirbelte sie über die Bühne.

„Jetzt heißt es Klappe halten für die Männer und Ohrenspitzen für die Damen“, kündigte Georg Brand den dritten Titel der Viernheimer an. Brand führte wie immer äußerst unterhaltsam und mit kessen Sprüchen durch das Programm. Als die Eintracht dann an der Reihe war, durften sich kurzzeitig alle Damen namens „Rose Marie“ im Zehntkeller angesprochen fühlen, denn den gleichnamigen Titel aus dem Satz von Rudi Kühn präsentierten die Schriesheimer mit ihren Solisten Daniel Hamleh, Oliver Hildenbeutel, Peter Kropp und Jürgen Mohr. Kurz darauf tauschten die Viernheimer die Bergstraße gegen die Savanne Afrikas ein, als sie „Baba Yetu“, das „Vater Unser“ auf Swahili, mit Solist Manfred Wolk sangen. Begleitet wurden sie dabei von ihrem Chorleiter Hans Kaspar Scharf, auf dem Klavier, der auch den Chor der Eintracht leitet. Für diese außergewöhnliche Darbietung erhielten sie großen Applaus. Überhaupt wurde viel geklatscht an diesem Abend.

Neben gesanglichen Höhepunkten hatte der Lieder- und Ehrungsabend auch einige emotionale Momente zu bieten. Vorsitzender Helmut Hölzel übertrifft mit 35 Jahren Amtszeit als Vorstand schon jetzt seine Vorgänger um fünf Jahre. 1963 trat er in die Eintracht ein, wurde nach zehn Jahren zum Vergnügungsvorsitzenden und 1983 schließlich zum Vorsitzenden gewählt. „Ein Leben für die Eintracht“, fasste Schriftführerin Hilde Hamleh seine Verdienste in ihrer Rede zusammen.

Denn neben dem Knabenchor, der Volkstanzgruppe und dem öffentlichen Theater, führte er auch das Adventssingen und das Totengedenken ein. Für seine großartigen Leistungen verlieh Hamleh ihm eine Urkunde mit Präsentkorb und ehrte auch die „starke Frau an seiner Seite“, Erika Hölzel, mit einer Urkunde. Beide hatten zuvor nichts gewusst. Es war eine Überraschung, die ihre Wirkung nicht verfehlte: Die Hölzels waren sichtlich gerührt von dieser Geste.

Nachdem die letzten Freudentränen verdrückt waren, kam wieder Schwung in den Zehntkeller, als die Viernheimer „Rock mi“ von Voxxclub anstimmten. Das rhythmische Stampfen und Klatschen der Gäste ließ das Gewölbe wackeln. Weitere Soli von Peter Brenner, Stefan Zettl, Matthias Berndt, Jens Heinen und Heinrich Winkenbach rundeten das Programm schließlich ab, in dem jede Menge Arbeit von beiden Gesangsvereinen steckte. Mit einem stimmgewaltigen Finale verabschiedeten sich beide Chöre gemeinsam.

Der Chor der Eintracht unter der Leitung von Hans Kaspar Scharf unterhielt die Gäste im Zehntkeller mit harmonischer Stimmkraft. Foto: Dorn