Sonstiges – Bester Werbeträger für sein Hobby

März 2019 (Weinheimer Nachrichten) Volker Schneider, Chordirektor BDC, erhält zum 50-jährigen Dirigentenjubiläum die Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbandes / Manuel Just hält Laudatio bei Ehrungsmatinee

 

WEINHEIM. Das Jahr 2019, so orakelt Manuel Just, wird in der Kurpfalz musikalisch Volker Schneider gewidmet sein. Der Hirschberger Bürgermeister würdigte am gestrigen Sonntag bei einer Ehrungsmatinee den Chordirektor BDC (Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände) als “besten Werbeträger für ein fantastisches Hobby”. Willi Hamburger vom Sängerkreis Weinheim überreichte dem 72-Jährigen anlässlich 50 Jahre Chorleitertätigkeit die Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbandes.

Just mag mit seiner Einschätzung richtig liegen, denn bei der rund zweistündigen Veranstaltung, bei der sich am Sonntag im Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mehrere der insgesamt zehn Schneider-Chöre musikalisch ins Zeug legten, wird am Sonntag, 19. Mai, ab 15 Uhr in der Weinheimer Stadthalle ein großes Jubiläumskonzert für Schneider mit Chören aus allen zehn Vereinen folgen, einschließlich des TSV-Orchesters aus Mannheim und Nachwuchssolistin Antonia Schuchardt.

Sein Jubiläumsjahr beendet Schneider am 22. Dezember in der St.-Marien-Kirche Weinheim mit dem St. Petersburger Knabenchor und dem St. Daniels Vokalensemble aus Moskau. Bei der Organisation aller Veranstaltungen kann der Dirigent auf den Gesangverein 1955 Weinheim bauen, dessen Vorsitzender Markus Gräber zur Matinee willkommen hieß, während Irmtraud Gsell vom gleichen Verein durchs Programm führte, das musikalisch von den Weinheimer Weststadtsängern, dem MGV 1850 Hohensachsen und Gastsängern der Sängerhalle Germania aus Neckarau und des Gesangsvereins Freundschaft aus Käfertal eröffnet wurde. Bei Klassikern wie “Das Morgenrot” (Text: Dr. Karl Hofmann), “Das Tal in den Bergen” von Bepi De Marzi oder “Glocken der Heimat” von Robert Pappert konnten die Sänger ihr Notenblatt geschlossen halten. Schneider, der bei der Matinee ausdrücklich Wert auf deutsche Texte legte, ließ dem Traditionellen Raum und konnte sich ganz aufs Dirigieren konzentrieren, da Florian Moser die Klavierbegleitung übernahm.

Manuel Just scherzte zu Beginn seiner Ansprache, dass er Weinheimer Oberbürgermeister werden muss, um endlich einmal in den Genuss zu kommen, ein Schlossherr zu sein. In Hirschberg kann er es nämlich nicht mehr werden. Dort residiert Volker Schneider als Schlossherr, wie Walter Spieth, Vorsitzender des MGV 1850 Hohensachsen, bei seiner Ansprache im Namen aller Schneider-Chöre bereits erklärt hatte. Spieth sprach von einem beispielhaften Netzwerk, das der Jubilar geschaffen hat und zeigte auf einer Weltkarte, wo Schneider schon mit seinen Sängerinnen und Sängern hingereist ist. Bis auf der Antarktis gab es auf allen Kontinenten Punkte.

Manuel Just fragt sich, woher Volker Schneider Kraft und Elan für die nach wie vor immensen Aufgaben nimmt. Fünfmal pro Woche ist er bei Chorproben. Der Liederkranz 1886 Hambach, der Werkschor Rhein-Neckar-Verkehr, der GV Sängerlust Lauten-Weschnitz, die Sängervereinigung 1909 Heddesheim, das Sängerquartett 1925 Mittershausen-Scheuerberg und die Chorgemeinschaft Heppenheim ergänzen die Liste der Chorgemeinschaft Schneider.

Immer wieder fiel der Begriff “Kooperation”, der wie ein Zauberwort über Volker Schneiders Wirken liegt. Egal ob er Mitte der 90er-Jahre das Gemeinschaftsprojekt “Glasnost” als Musical in Weinheim mit über 200 Beteiligten zum Erfolg führte oder das Goldbeck-Musikfestival über Jahre veranstaltete: Der “Mediator der Chorleiter”, wie ihn Franz Arnold für den Sängerkreis Lauten-Weschnitz bezeichnete, findet immer Wege, Menschen für etwas zu begeistern.

Im Sängerkreis Weinheim war Schneider von 1984 bis 1989 im Musikausschuss. Von 2004 bis 2005 war er stellvertretender Kreischorleiter, von 2004 bis 2015 Beauftragter für Kooperation zwischen Schule und Vereinen. Der Sängerkreis ernannte Volker Schneider 2016 zum Ehrenchorleiter. Auch wenn er sich selbst unlängst in einem Radio-Interview als ein Auslaufmodell bezeichnet hatte, meinte er gestern: “Ohne Wenn und Aber geht die Arbeit weiter.” dra

Die Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbandes wurde Volker Schneider zum 50-jährigen Dirigentenjubiläum überreicht. Von links: Hirschbergs Bürgermeister Manuel Just, Willi Hamburger vom Sängerkreis Weinheim, Volker Schneider, und Walter Spieth vom MGV 1850 Hohensachsen.