Sonstiges – In der Rolle des Iwan pudelwohl gefühlt

März 2019 (Weinheimer Nachrichten) Der bekannte Rippenweierer Chorsänger und Gesangssolist Rolf Krämer blickt heute auf 80 erfolgreiche Jahre zurück

 

RIPPENWEIER, „Dein Vater hat 2. Bass gesungen, also singst du es auch.“ So hieß der damalige Dirigent Albert Klosa den jungen Rolf Krämer als aktiven Sänger des MGV Sängervereinigung 1893 Rippenweier zur ersten Gesangsstunde willkommen. Das ist jetzt 65 Jahre her, und noch immer erklingt seine ausdrucksstarke Stimme im Chor. Am heutigen Donnerstag feiert Rolf Krämer in Rippenweier seinen 80. Geburtstag. Durch seine freundliche, offene und auch mitfühlende Art kennt der Rippenweierer Gott und die Welt. Es gibt kaum jemanden, der nicht schon einmal einen seiner solistischen Gesangsauftritte miterlebt hat. Durch die Mitwirkung in namhaften Gesangsensembles und bei herausragenden Projekten stand Krämer immer wieder im Rampenlicht.

Sein ganzes Leben drehte sich um die Musik. Über 40 Jahre wirkte er im evangelischen Kirchenchor Heiligkreuz mit, und auch bei den weit über die Stadtgrenzen Weinheims hinaus bekannten „Blütensängern“ gehörte Rolf Krämer zu den gesanglichen Leistungsträgern.

Gerne erinnert er sich noch heute an Sangesreisen nach Wien oder Italien mit fulminanten Auftritten. Als Herbert Burkhardt, der Gründer der „Blütensänger“, später die Bass-Bari-Tenöre ins Leben rief und am Klavier begleitete, übernahm Krämer die Rolle des Bariton, während Karl Winkler den Bass und Martin Morast den Tenor gab.

Unvergessen bleibt schließlich auch Rolf Krämers Schauspiel- und Gesangstalent, das er in der Hauptrolle des Iwan im Weinheimer Erfolgsmusical „Glasnost“ ab 1995 auf die Bühne brachte, Hans Todt führte Regie.

Bei mehreren ausverkauften Vorstellungen in der Stadthalle und bei einer Moskau-Reise des Ensembles spielte Krämer in der von Werner Wiegand geschriebenen und von Fritz Metz vertonten Geschichte um den Umbruch der russischen Gesellschaft einen träumenden Gastwirt. In dieser Rolle fühlte er sich geradezu pudelwohl.

Wenn Rolf Krämer gebraucht wurde, war er für seine Mitmenschen immer da; egal ob es um einen Solo-Auftritt bei einem festlichen Anlass oder um die Organisation eines Benefizkonzertes ging.

Sein Berufsleben verbrachte Rolf Krämer vom ersten Tag als 14-jähriger Gerberlehrling bis zu seinem Ruhestand 1997 bei Freudenberg in Weinheim. Auch im Alter hat sich Rolf Krämer seine offene, optimistische und freundliche Art bewahrt. dra

Rolf Krämer feiert heute in Rippenweier seinen 80. Geburtstag. Seit 65 Jahren singt er beim MGV Sängervereinigung Rippenweier Er war Mitglied der „Blütensänger“ und einer der drei „Bass-Bari-Tenöre“, ARCHIV BILD: MARCO SCHILLING