Sulzbach Liederkranz – Musikalische Schmetterlinge

Juni 2018 (Weinheimer Nachrichten) Gesang: Liederkranz Sulzbach feiert drei Tage ein glanzvolles Open-Air-Mittsommer-Festival

 

SULZBACH. Drei Tage bot der Liederkranz Sulzbach Besuchern und Bürgern ein Mekka des Chorgesangs im Rahmen eines Open-Air-Mittsommer-Festivals, das viele Gäste anzog. Dafür wurde großer Arbeitsaufwand betrieben, denn man musste den Innenhof des Kindergartens im „Zentrum“ umgestalten, um Platz und eine heimelige Atmosphäre zu schaffen.

Alles begann, wie berichtet, mit einem etwas anderen Chorkonzert, das restlos begeisterte. Tags darauf startete das Mittsommerfest. Die Besucher füllten die Plätze im Gemeindezentrum in der Kleiststraße. Bunte Lichterketten, Lampions, Kerzen, Feuerschalen und Fackeln erhellten Zentrum und Kindergartenfreigelände. Es machte sich, trotz Schafskälte, Sommerfeeling breit.

Der Vorsitzende Jochen Weber zeigte sich mit dem Besucherandrang zufrieden. Unter den Gästen waren auch Ortsvorsteher Frank Eberhardt, zahlreiche Ortschaftsräte, Pfarrer Rapp, Vereinsvertreter und Sangesfreunde.

Gerade in Schweden haben derartige Feiern einen hohen Stellenwert, und in Anlehnung an die Skandinavier versuchte man einen „schwedischen Hauch“ zu zaubern. Smörrebröd mit Lachs, Matjes, Kräuter-Radieschen-Dipp, Köttbullar mit Preiselbeer-Sahnesauce, Matjessil med Gräddfil (Kartoffel und Sauerrahm) waren die Renner. Besonderen Reiz an diesem Abend hatte das WM Spiel Deutschland gegen Schweden, das viele an der Großleinwand verfolgten. Nach dem 0:1 blieben die Schwedenhappen zunächst im Halse stecken, aber die Anspannung löste sich nach dem Siegtor, und die Nachfrage stieg wieder.

Sonntags stand das zehnjährige Frauenchorjubiläum auf dem Programm, und auch für Peny Bauer, die den Chor seit Anfang an großartig leitet. Zwölf Chöre traten auf, und Eva Maria Lange führte charmant durch das Programm. Die Chöre boten Musik der Extraklasse und begeisterten das Publikum. Sie zeigten wie schön Chorgesang sein kann und wie facettenreich er sich entwickelt hat. Man spannte einen weiten Bogen vom Klassiker über Schlager, Pop, Musical bis zum Gospel.

Die Akteure waren mit Begeisterung dabei und freuten sich, bei Vogelgezwitscher im schönen Ambiente zu singen. Wunderbar, als beim Titel „Butterfly“ zwei Schmetterlinge auftauchten und vor den Sängerinnen und über ihnen flatterten.

Musikalische Gratulanten waren: „Chorwurm“ AGV Liederkranz Schwanheim, Sängereinheit Edingen in verschiedenen Gruppierungen, evangelischer Kirchenchor Mörtelstein, Sängereinheit Leutershausen, Sängerbund Heddesheim, Chorgemeinschaft Eintracht/Männerchor Weinheim Sulzbach, Cara Mia Laudenbach, Frohsinn Kirrlach, Germania Hemsbach, Sängerbund Oberflockenbach und die Frauen des Jubelchors.

Eine Überraschung gab es für Peny Bauer, denn ihre drei Chöre (Sulzbach, Hemsbach, Edingen) vereinten sich zu einem großen Chor und huldigten ihrer Dingentin, die völlig überrascht war. Der Gospelchor Hemsbach hatte eine weitere Überraschung parat, denn Petra Baumann hatte für die Mitglieder des Jubelchors einen Anhänger überreicht.

Was dem Vorsitzenden des Sängerkreises Weinheim, Rudi Neumann, besonders aufgefallen war: entgegen dem allgemeinen Trend, blieben die Chöre nach ihrem Auftritt sitzen, um den Beiträgen der anderen Chöre zu lauschen, gemäß dem Motto des Sängerkreises: gemeinsam Singen, gemeinsam Zuhören und sich kennenlernen. Als einzigartig, vorbildlich und Werbung für den Chorgesang bezeichnete Neumann die drei Tage und lobte Ambiente und den Arbeitseinsatz der Mitglieder und Helfer. So endeten die „Feierlichkeiten“ und ein rundum gelungenes Fest, das seinen Platz in der Vereinsgeschichte finden wird.

Einziges Manko: der Arbeitseinsatz der Helfer, denn der Hof musste noch für den Kindergartenbetrieb frei werden. Aber unter Anleitung von Michael Leist und Alfons Schachner gelang dies natürlich. rn

Ein schönes Ambiente bot der Hof zwischen Gemeindezentrum und Kindergarten auch am Sonntag, als der Frauenchor des Liederkranz Sulzbach anlässlich seines zehnjährigen Bestehens zu einem Freundschaftssingen eingeladen hatte.  BILD: MARCO SCHILLING