Viernheim Liederkranz – „Wir brauchen Hoffnungsbilder“

Februar 2019 (Viernheimer Tagblatt) Neue Form der Totenehrung auf dem Friedhof Lorscher Straße / „Bei der Bewältigung der Trauer gibt es keine Patentlösung“

 

Viernheim (oh) In einer neuen Form gedachte am Sonntagvormittag der MGV Liederkranz seinen verstorbenen Sängern und Mitgliedern aus dem Jahr 2018. In der Friedhofshalle auf dem Friedhof in der Lorscher Straße kam die Vereinsfamilie zusammen, um in einem stilvollen und gebührenden Rahmen den 21 Verstorbenen aus dem letzten Jahr zu gedenken. Musikalisch umrahmt wurde die Totenehrung durch den Chor des MGV Liederkranz unter der Leitung von Chordirektorin Edith Schmitt, Albrecht Wunderle an der Orgel sowie Manuel Thomas mit einem Trompetensolo.

Zu Beginn der erfreulich sehr gut besuchten Totenehrung brachte der Chor „Motette“ von Hans G. Nägeli zu Gehör, ehe der Vorsitzende des MVG Liederkranz, Werner Sindermann, die Begrüßung übernahm. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass die Veranstaltung durch das Erscheinen zahlreicher Mitglieder und Freude einen gebührenden Rahmen gefunden hat. Zudem dankte er Pfarrer Klaus Traxler, der am Sonntag sehr einfühlsame, teils nachdenkliche sowie hoffnungsvolle Worte für die Vereinsfamilie fand. „Wir brauchen Hoffnungsbilder“, erklärte der Geistliche bezüglich des Verlustes eines geliebten Menschen. Hoffnung könne die Musik geben oder ein Bild oder besondere Werte. Wichtig sei es, so Traxler, dass der Mensch dem Leben zugewandt bleibe. „Die Beziehung zu einem Verstorbenen war nicht immer einfach. Diese Beziehung hatte oft auch Dornen, es war nicht stets Friede, Freude, Eierkuchen. Aber diese Dornen gehören dazu.“ Laut dem Pfarrer gibt es bei der Bewältigung der Trauer keine Patentlösung. „Wir müssen sowohl einen Anlauf als auch wie heute durch die Totenehrung einen Auslauf nehmen. Denn es schmerzt, wenn zum Beispiel der Stuhl in der Chorprobe plötzlich leer bleibt.“

Eine Kerze für jeden Verstorbenen

Werner Sindermann oblag es, die Namen der verstorbenen Liederkranzmitglieder im Jahre 2018 zu verlesen. Der zweite Vorsitzende Walter Kempf sowie Schrift- und Geschäftsführer Peter Weiröther zündete jeweils eine Kerze mit dem Namen des Verstorbenen an. Diese Kerze wurde nach der Totenehrung von den Familienmitgliedern mitgenommen. Im Anschluss gab der Liederkranz-Chor die Stücke „Tebe moem“ von Domitri Bortniansky, „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ und „Dir singen wir“ von Quirin Rische zum Besten; Manuel Thomas brillierte mit dem Trompetensolo „Il Silenzio“. Nach der Totenehrung tätigten Kempf und Sindermann eine Kranzniederlegung am großen Kreuz des Friedhofs. „Wir sind mit dem Zuspruch sehr zufrieden“, sagten nach der Veranstaltung Sindermann und Weiröther. Gut möglich, so der Vereinsvorstand, dass im kommenden Jahr die Art und Weise des Totengedenkens eine Fortsetzung finden wird. Entschieden sei allerdings noch nichts.

Folgende Sänger und Mitglieder sind im Jahr 2018 gestorben: Heinz Bähr, Klaus Falkenstein, Horst Nett, Günter Bauer, Thomas Fischer, Berta Proksch, Loni Beck, Hermann Hafner, Hans Reisewitz, Helmut Benz, Herbert Hammel, Georg Schlosser, Wolfgang Beyer, Lena Hutter, Albert Thomas, Adolf Bittmann, Herbert Keckeis, Adam Wiegand, Bernd Bures, Rudolf Meyer und Karlheinz Winkenbach.

Werner Sindermann, Vorsitzender MGV Liederkranz.        Manuel Thomas brillierte mit einem Trompetensolo.

Pfarrer Klaus Traxler.                                                    Für jeden Verstorbenen wurde am Sonntag eine Kerze

angezündet Fotos: höftich

Nach der Totenehrung tätigten Walter Kempf (links) und Werner Sindermann eine Kranzniederlegung am großen Kreuz des Friedhofs.