Weinheim Cantus-Vivus – Ein Gipfelwerk der sakralen Chormusik

November 2019 (Weinheimer Nachrichten) „Cantus Vivus“ gibt am 1. Dezember in St.-Laurentius-Kirche zusammen mit sieben Gesangssolisten und dem Ensemble Musiche Varie Monteverdis Marienvesper

 

WEINHEIM. Der Konzertchor Cantus Vivus Bergstraße führt am Sonntag, 1. Dezember, um 20 Uhr in der Weinheimer St.-Laurentius-Kirche am Marktplatz die Marienvesper von Claudio Monteverdi auf. Außer dem etwa 80-köpfigen Chor wirken sieben Gesangssolisten mit: Viola Elges und Uta Löffler-Raque (Sopran), Thorsten Gedak, Christoph Mahla und Martin Lehr (Tenor) sowie Matthias Dumm und Karl-Heinz Dumm (Bass).

Das Ensemble Musiche Varie (Leitung Martin Lubeno) begleitet den Chor als Instrumental-Ensemble. Es ist ein in Alter Musik sehr versiertes Spezialensemble, das die historische Aufführungspraxis pflegt. Es wurde 1992 gegründet. Musiche Varie musiziert auf besonderen Instrumenten wie Zink, Renaissanceposaune, Violine, Viola da braccio, Gambe, Violone, Chitarrone und Orgel.

Wolfram Schmidt und Benjamin Bogs haben zudem ein auf die Inhalte der Sätze der Marienvesper abgestimmtes farbliches Konzept zur Gestaltung des Kirchenraums durch moderne LED-Leuchttechnik erarbeitet. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Chorleiter Wolfram Schmidt.

Claudio Monteverdi wurde 1567 in, Cremona (Lombardei) geboren. Von 1613 bis zu seinem Tode 1643 wirkte er als Kapellmeister am Markusdom in Venedig. Seine bedeutendsten Kompositionen erstrecken sich im Wesentlichen auf das Feld der Chormusik (Messen, geistliche Motetten, Psalmen, Madrigale).

Monteverdi komponierte am Übergang zwischen Renaissance und Barock. Die Renaissance hatte in der geistlichen Musik meist vielstimmige und a cappella gesetzte, imitatorisch-kontrapunktisch hochkomplexe Vokalwerke hervorgebracht. Es war das Zeitalter der „Vokalpolyphonie“. In dieser Tradition stand Monteverdi zunächst auch. Zugleich entwickelte er aber stilbildend ein neues Kompositionsprinzip, das sich in der Barockmusik schnell durchsetzen sollte: eine weniger polyphone als vielmehr hierarchisch klar geordnete vokal-instrumentale Kompositionskunst. In der Marienvesper gibt es beide Kompositionstechniken.

Im Jahr 1610 brachte Monteverdi bei einem venezianischen Verleger die Missa In illo tempore und die Marienvesper als Doppelausgabe heraus und meldete sich damit in den beiden geistlichen Hauptgattungen des beginnenden 17. Jahrhunderts zu Wort: der Messe und der Vesper.

Für die Marienvesper hat noch eine vierte Tradition erhebliche Bedeutung: die des Gregorianischen Chorals. Monteverdi entwickelte die meisten Einzelsätze auf der Basis von solchen traditionellen Choralmelodien, die er äußerst kunstvoll immer wieder in seine Komposition einwob. In ihrer Vielgestaltigkeit und komplexen Vielstimmigkeit gehört die Marienvesper unbestritten zu den anspruchsvollsten und großartigsten Gipfelwerken sakraler Chormusik des Abendlandes, schreibt Cantus Vivus abschließend in seinem Pressebericht.

Der Kartenvorverkauf hat begonnen, in Weinheim in der Buchhandlung Beltz im Sparkassen-Atrium und im Musikhaus Metz in der Grundeibachstraße. In Schriesheim im Geschenkehäuschen Opus, in Dossenheim in der Buchhandlung Worring, in Mörlenbach bei Pecher Optik, in Rimbach im, „Lesezimmer“ und in Fürth bei der WN/OZ-Geschäftsstelle in der Erbacher Straße 4.

Der Konzertchor „Cantus Vivus“ widmet sich mit der Aufführung von Claudio Monteverdis Marienvesper am 1. Dezember in der St.-Laurentius- Kirche einer äußerst komplexen und anspruchsvollen Gesangsliteratur.