Weinheim Kammerchor – Musikalische Reise durch ganz Europa

Juli 2018 (Weinheimer Woche) Konzert des Weinheimer Kammerchors

 

(ib). Trotz strahlenden Sonnenscheins fand man keinen freien Platz mehr im Gemeindesaal St. Marien. Der Weinheimer Kammerchor hatte zu einem Konzert mit dem Programm „Europa Cantat“ geladen und nahm das Publikum mit auf eine kontrastreiche Reise durch ganz Europa.

Ganz in schwarz gekleidet präsentierten sich die 32 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Norbert Thiemel festlich -elegant. Ebenso begann auch die musikalische Europa­Führung mit „My Soul, there is a Country“ von Charles Hubert H. Parry, das nach Großbritannien entführte. Düster und etwas tragisch ging es weiter mit „I Seraillets Have“ von Wilhelm Stenhammar aus Dänemark, das eher die irdischen Begehren des Serails behandelte. Karin Rehnquist hatte ihr Lied gegen die Angst vorm Dunkel vermutlich komponiert, um die Monate ohne Sonne im skandinavischen Winter zu bekämpfen. Finnland folgte ebenso düster mit „Full Fathom Five“.

Nach dem eher versöhnlichen Wiegenlied „Hällilaul“ aus Estland überließ der Chor die Bühne dem Weinheimer Kammerorchester unter der Leitung von Teresa Freund. Mit den „Elegischen Melodien“ des Norwegers Edvard Grieg wurde es instrumental erneut etwas tragisch. Insgesamt waren die Orchesterbeiträge, vermutlich durch temperaturbedingte Verstimmungen der Streichinstrumente, nicht ganz sauber, was man aber bei der sonst soliden Leistung gerne verzieh.

Der Chor führte anschließend noch mit dem etwas kecken „Rabenlied“ durch Island und verließ dann den europäischen Norden, um mit der Renaissance und dem Frühbarock nach Südeuropa zu reisen. Nebenbei bemerkt ließen sich die Musiker weder vom Handyklingeln aus dem Publikum noch von der Radio-Beschallung vom benachbarten Gartengrundstück aus der Fassung bringen. Mit „El grillo“, tatsächlich einem italienischen Lied über eine Grille, ging es flott weiter. Es folgten Spanien, Kroatien und Bulgarien, das mit dem verträumten Liebeslied „Hayde bre, Yano“ zum Träumen einlud. Natürlich fehlten auch Ungarn, Polen, Tschechien und die Schweiz nicht. Das Programm endete in Deutschland mit der Motette „Verleih uns Frieden“ von Heinrich Schütz mit den Worten Martin Luthers. Nach langem Applaus bedankte sich der Chor mit einer kleinen Zugabe zu Ehren der deutsch-französischen Freundschaft.

Unter der Leitung von Norbert Thiemel reiste der Chor musikalisch durch ganz Europa.

Das Kammerorchester Weinheim verschaffte dem Chor kurze Verschnaufpausen. Fotos: ib