Weinheim Sängerkreis – Beglückende Melodien

März 2018 (Weinheimer Nachrichten) Konzert: Bei „Glasnost“ finden 80 Besucher in GRN-Klinik eine „Oase“ und schwelgen in Erinnerungen

 

WEINHEIM. Es gab Tränen der Rührung, es gab strahlende Gesichter und vor allem Musik, die Geschichte schrieb und noch heute Menschen beglückt. Das Weinheimer Musical „Glasnost“, das Mitte der 90er“ Jahre zwölfmal in Weinheim mit großem Erfolg aufgeführt wurde und sogar bei einer spektakulären, von Projektleiter Volker Schneider geplanten Reise dreimal in Moskau gegeben wurde, stand am Dienstag im Mittelpunkt eines „Oase“-Konzertes, zu dem Veranstalterin Annette Knopf im Andachtsraum der GRN­Klinik rund 80 Zuhörer begrüßen konnte.

Besonders groß war die Freude, dass „Glasnost“-Komponist Fritz Metz, wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag, in der ersten Reihe saß, neben ihm Werner Wiegand, von dem der Text stammt.

Hans Todt, der damals Regie geführt hatte, schürte als Moderator der „Glasnost-Oase“ durch fulminante Ansagen zusätzlich das Feuer. Seine Anmoderation war so bildlich, dass man das Bühnenbild von damals wieder in Erinnerung rufen konnte. Die bekannten Lieder taten schließlich ein Übriges, um die Besucher m Erinnerungen schwelgen zu lassen.

Rolf Krämer geht noch heute im Lied von „Iwan, dem Träumer“ in seiner Rolle auf. Helmut Schmiedel ließ als „Fedja“ musikalisch Kosaken reiten. Dabei ging er auch ein paar Schritte durchs Publikum und sorgte für ein hautnahes Erlebnis.

Die Romanze kam mit Katja Hoger in die Vorstellung. Vor über 20 Jahren spielte sie sich zusammen mit anderen Jugendlichen in einer Nebenrolle weit nach vorne. Nun hat die talentierte Schauspielerin auch ihre Liebe zum Gesang entdeckt und schlüpfte beim wundervollen Duett mit Martin Grieb in die Rolle der Ilona. Beide sangen sich in die Herzen der Zuhörer. Fritz Metz bedankte sich anschließend mit einer Umarmung.

Der Komponist war sichtlich angetan von den Interpretationen. Gegen Ende des gut einstündigen Programms bedankte er sich persönlich bei Oxana Schmiedel, die einen großartigen Part am Klavier abgeliefert hatte und den Dank gerührt entgegennahm.

Rührung war schließlich auch vorprogrammiert, als Rolf Krämer seinen Freund, den Harlekin, besang. Die Rolle des Zirkusclowns hatte der inzwischen verstorbene Uli Schilling zu seiner Paraderolle gemacht.

Besungenes Liebesglück, Träume und Wolga-Romantik ließen die Zeit wie im Flug vergehen; eine „Oase“, die noch lange nachwirken wird. dra

Fritz Metz freute sich über die Darbietungen. BILD: THOMAS RITTELMANN

Zum Abschied gab’s wieder Blumen (von links): Annette Knopf, Hans Todt, Katja Hoger, Oxana Schmiedel, Rolf Krämer, Helmut Schmiedel und Martin Grieb. BILD: JÜRGEN DRAWITSCH