Archiv der Kategorie: Allgemein

Oberflockenbach Sängerbund – Diesmal die Stimmen mit Bier geölt

März 2021 (Weinheimer Nachrichten) Der Sängerbund Oberflockenbach pflegt weiterhin die Gemeinschaft seiner Chormitglieder / Einige Termine geplant

 

Oberflockenbach. Können wir nicht in die Brauerei, kommt das Bier zu uns! Getreu diesem Motto lud der Sängerbund Oberflockenbach zu einer digitalen Bierverkostung auf dem heimischen Sofa ein. Jeder Teilnehmer bekam vorab sechs verschiedene Biersorten der Woinemer Hausbrauerei sowie zwei passende Biergläser direkt an die Haustür geliefert.

Die digitale Reise durch die Welt der Biere wurde mit Anekdoten und verständlichen Erklärungen von Jochen Hardt und Sebastian Zom begleitet. Unter ihrer Anleitung wurden das Woinemer Plob und das Weizen sowie das Dunkel aus der Serie „Bierzeit“ probiert. Gespannt waren die Teilnehmer der Online-Verkostung auf die Biersorten der Serie „Alla Hopf – Alla Gut“. Nun wissen sie wie das Weizenbier Maximus, das klassische Badisch Pilsener, das Eyeland of Hop oder ein Pale Ale schmecken. Letzteres hatte ein enormes Fruchtaroma. Da kam die Experimentierfreudigkeit des Braumeisters zu Geltung.

Man erfuhr viel Wissenswertes über die Kunst der Bierherstellung. Ein virtueller Rundgang durch den Brauereikeller rundete das Bild ab. Am Ende des Abends fällte jeder Teilnehmer sein ganz persönliches Geschmacksurteil. Erwartungsgemäß gingen die Meinungen auseinander. In einem waren sich die Teilnehmer jedoch einig: Es war eine unterhaltsame und gesellige Abwechslung, mit der es der Sängerbund wieder einmal geschafft hat, der coronabedingten Langeweile zu trotzen und etwas für die Chorgemeinschaft zu tun. Und der Sängerbund singt weiter! Nachdem man im September und Oktober kurzzeitig in der Katholischen Kirche Oberflockenbach proben durfte, musste der Chorbetrieb nach nur zwei Monaten erneut eingestellt werden. Von November an wurde virtuell mit allen drei Chören für das Stück „Adestes Fideles“ geprobt. Pünktlich zum 24. Dezember präsentierte der SBO den Weihnachts-Virtual-Choir in allen drei Chören.

Seit Januar lädt der Sängerbund regelmäßig alle 14 Tage zur Online-Singstunde ein. Egal ob im Frauen-, Männer- oder im gemischten Chor: In allen Stimmen wird geprobt, was die Stimmen, aber auch die Datenleitungen hergeben.

Neben den regelmäßigen Singstunden plant der Sängerbund bereits weiter. Im April folgen mit dem digitalen Quizabend und der Notenlehre zwei weitere Angebote für alle Sängerinnen und Sänger.

Voller Zuversicht blickt der Verein auf die zweite Jahreshälfte, denn mit dem Open-Air-Event am 24. Juli und dem Comeback-Konzert am 20. November stehen schon jetzt zwei weitere Termine im Kalender, zu denen der Sängerbund Oberflockenbach einlädt.

Abschließend schreibt der Sängerbund in seinem Pressebericht: „Hier ist das Vereinsleben nicht auf Eis gelegt. Ein Verein unbeugsamer Odenwälder leistet der Einsamkeit mit Online-Proben Widerstand“.

®Wer Freude und Lust am Singen halben möchte, kann den Sängerbund Oberflockenbach auf Facebook, Instagram oder auf der Homepage saengerbund-oberflockenbach.de besuchen.

Laudenbach Singverein – Kreissängertag fällt erneut aus

März 2021 (Weinheimer Nachrichten) Singverein

 

Laudenbach. Nachdem der Singverein 1870 vergangenes Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nahezu alle Veranstaltungen zu seinem 50-jährigen Jubiläum absagen musste, wollte er in der Hoffnung, dass das Virus weitgehend besiegt wäre, dieses Jahr sämtliche Veranstaltungen nachholen. Wie 2020 steht nunmehr aber bereits wieder die erste Stornierung an. Die aktuelle Entwicklung lässt befürchten, dass weitere folgen werden.

Wie bereits 2020 trifft es zunächst den Kreissängertag, zu dem man anlässlich des Jubiläums nach Laudenbach einladen wollte. Diese Veranstaltung war für 14. März 2020 terminiert und fiel damit in die ersten Tage der Beschränkungen. Jetzt sollten sich die Vertreter der Vereine des Sängerkreises Weinheim am 17. April in Laudenbach treffen. Es bestand lange Zeit die Hoffnung, dass es bis dahin zu Lockerungen der Corona-Beschränkungen kommen würde. Die aktuelle Situation lässt dies allerdings nicht zu, sodass sich Sängerkreis-Chef Rudi Neumann jetzt gezwungen sah, erneut auf die Tagung zu verzichten.

Die Chöre des Singvereins hoffen, dass fortschreitende Impfungen und Tests absehbar wieder einen geregelten Chorprobenbetrieb zulassen. Man hat den Lockdown der letzten Monate genutzt, die baulichen Voraussetzungen hierzu im Sängerheim zu schaffen, um den Gesundheitsschutz seiner Aktiven bestmöglichst_zu gewährleisten. So

wurden neue Fenster und eine neue Außentür eingebaut, die eine bessere Stoßlüftung möglich machen. Zusätzlich

wird derzeit eine Lüftungsanlage installiert, die in wenigen Minuten für einen Luftaustausch im Proberaum sorgt. Man steht also bereit, wenn die Politik signalisiert, dass Chöre wieder aktiv sein dürfen. Vielleicht gelingt es dann doch noch, die eine oder andere Jubiläumsveranstaltung nachzuholen. hb

Leutershausen Sängereinheit – Bei alter Schule soll es blühen

März 2021 (Weinheimer Nachrichten) Jugendchor spendet an Kinder-Umweltclub / Auch Nistkästen und Insektenhotels geplant

 

Hirschberg. Kleine Bürger, große Botschaft: Neun Kinder aus Hirschberg haben Müll, Umweltverschmutzung und dem zunehmenden Lebensraumverlust der Tier- und Pflanzenwelt den Kampf angesagt. Die Gründung eines eigenen Umweltclubs und der damit verbundene Triumph des renommierten „Jugend hilft“-Preises führte die Viert- und Fünftklässler im vergangenen Jahr fast ins Schloss Bellevue – bis die Corona-Restriktionen dem einen Strich durch die Rechnung machten. Unterstützung erhalten die jungen Umweltschützer nun von der Sängereinheit Leutershausen.

Deren Jugendchor „Power Voizzes“ übergab nun eine Spende über 60 Euro.

Eigentlich sind sich beide Jugendgruppen gar nicht so unähnlich. Beide gründeten sich erst im Jahr 2019, beide entwickelten sich seitdem zu zwei außergewöhnlichen Erfolgsgeschichten trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie. Die Nachwuchssänger – bei der Weihnachtsfeier Ende 2019 ins Leben gerufen – kamen bisher noch nicht einmal zu ihrem Premierenkonzert. Das war zwar schon fest geplant, die harten Beschränkungen für Sänger machten aber nicht nur Auftritte, sondern auch Proben fast unmöglich. Nach jeweils kurzen Intermezzi in der Martin-Stöhr-Schule und der Alten Synagoge ist inzwischen sogar Einzelunterricht kaum möglich.

Doch die jungen Sänger kapitulierten nicht vor der Krise – das Projekt blühte sogar auf. Mit Gesangsaufgaben für zuhause und Einzelaufnahmen im Kinderzimmer, die Chorleiter Meinhard Wind zu Videos zusammenschnitt, einem eigenen „Youtube“- und „Instagram“-Kanal zeigte die vermeintlich aus der Mode gekommene Chorgesangskunst, dass sie zumindest in Leutershausen auch modern und hip kann. Neben den Videos gab es für die 25 Kinder auch Stimmbildungsseminare mit anschließenden Einzelaufnahmen in Winds mobilem Tonstudio.

„Die waren so gut, dass wir daraus CDs gemacht haben“, berichtete Vorsitzender Michael Lang nun. Bei der Übergabe der Tonträger zu Weihnachten sammelte der Verein gleichzeitig Spenden. Die übergaben die Kinder nun an den Umweltclub an passender Stelle. Hinter der Schule in Leutershausen, wo die Aufnahmen gemacht wurden,

hat der Umweltclub inzwischen eine eigene Blumenwiese.

Die Gemeinde hat den Kindern das Grundstück zur Verfügung gestellt, mithilfe der Gerätschaften des Bauhofs dürfen die Jugendlichen hier seit Herbst werkeln. Erste Blumen sind schon gepflanzt, nun wollen die Naturschützer Nistkästen und Insektenhotels bauen. Vom frischen Geld wollen die Kinder weitere tierfreundliche Pflanzen kaufen

und setzen. Außerdem wollen sie Infotafeln, etwa am Blütenweg, aufstellen. Die erste, soll aber an ihrer Blumenwiese stehen – sobald das Rathaus sein okay gibt. ksm

  • Kontakt www.se1864.de Instagram: „Powervoizzes_Leutershausen“ Youtube: „Power Voizzes!“

Leutershausen Sängereinheit – Knifflige Aufgaben gelöst

März 2021 (Weinheimer Nachrichten) Betreuer des Jugendchors „Power Voizzes“ organisieren Online-Spielenachmittag

 

Leutershausen. Obwohl der Lockdown bereits seit November bei vielen Vereinen und insbesondere bei Chören anhält, ist von Stillstand in der Sängereinheit 1864 Leutershausen, insbesondere im Jugendchor „Power Voizzes!“, nur sehr wenig zu spüren. Das schreibt der Verein in einem Pressebericht.

In den ersten beiden Monaten hatte es der Verein etwas ruhiger angehen lassen, aber die jungen Sängerinnen ließen sich auch durch den zweiten Lockdown nicht davon abhalten, sich online zu treffen oder virtuell weiterzusingen. Auch wenn es für alle sicherlich schöner wäre, sich wieder in der Gemeinschaft und nicht vor dem Monitor zu treffen.

lm virtuellen Raum

Am ersten Wochenende im März hatten die Betreuer des Jugendchors zum Online-Spiele-Nachmittag eingeladen,

um den Kontakt in der Pandemie zwischen den Chormitgliedern aufrechtzuerhalten. Auf dem Programm stand ein Online-Escape-Room. Es ging in der Gruppe darum, sich aus einem verschlossenen Raum durch Lösen verschiedenster Knobelaufgaben und Rätsel zu befreien. In zwei Gruppen, betreut von Michael Gaiser und Michael

Lang, machten sich acht Mitglieder der „Power Voizzes!“, verstärkt durch ihren Chorleiter Meinhard Wind, ans Werk und stellten sich der Mission „Super Gau“. Fast zwei Stunden lang wurden selbst die kniffligsten Aufgaben gelöst. Einer der Höhepunkte war das Versenden einer echten E-Mail, die auch prompt mit einem weiteren Hinweis zur Lösung der nächsten Aufgabe beantwortet wurde.

Es wurde ein sehr abwechslungsreicher und spannender Nachmittag, wobei jeder seinen Beitrag zum Team liefern konnte. Getrübt wurde die Freude nur durch die Online-Technik, die einige im Laufe, der zwei Stunden aus dem Spiel warf. Das ist aber kein Grund, um nicht wieder einen solchen Nachmittag anzubieten und die Technik in den

Griff zu bekommen, schreibt der Verein.

Alle Sängerinnen im Video

Doch zunächst sieht eine musikalische Herausforderung auf dem Programm, um die Zeit bis zur Wiederaufnahme

der Chorproben zu überbrücken. Damit die Singstimmen geschmeidig bleiben, ließ sich Dirigent Meinhard Wind wieder etwas einfallen. So sollten alle Sängerinnen das Lied von Katy Perry „I Kissed A Girl“ auf Video aufnehmen. Meinhard Wind machte aus den eingegangenen Beiträgen ein weiteres Multi-Screen-Video, in dem alle Sängerinnen zu sehen sind. Wer sich dieses Video ansehen möchte, kann dies gerne auf YouTube im Channel der „Power Voizzes!“ oder auf Facebook tun.

Doch das ist noch nicht alles: Mit der Premiere des vierten Videos steht gleichzeitig die nächste Challenge in den Startlöchern. Dieses Mal darf sich jede Sängerin ihr eigenes Lieblingslied aussuchen und dieses als Audio oder Video aufzeichnen. Die Sieger dürfen sich wieder auf tolle Preise freuen. Was es diesmal sein wird, wurde allerdings noch nicht verraten.

Man darf also gespannt sein, was sich die einzelnen Sängerinnen einfallen lassen und womit sie dann am Ende überrascht werden, heißt es abschließend.

Infos im Internet unter https://www.se1864.de/Jugendchor oder per E-Mail an die Adresse jugendchor@sel864.de

Vergangenen Sommer trafen sich die Sängerinnen des Jugendchors „Power Voizzes!“ im Freien. Beim aktuellen Lockdown treffen sie sich digital bei spannenden und unterhaltsamen Unterhaltungs- und Gesangsformaten. ARCHIVBILD: PHILIPP REIMER

Weinheim Sängerkreis – Singen mit Spaß aber ohne Ton

März 2021 (Mannheimer Morgen) Corona zwingt Chöre zu ungewöhnlichen Proben / Sabine Nick versucht es per Zoom

Von Hans-Jürgen Emmerich

 

„Weißt Du, wie’s war im Februar?“ So singt Sabine Nick und spielt dazu am Klavier. Ihre Schützlinge vom Kinderchor Heddesheim lauschen und singen mit. Nur hören kann die Dirigentin ihre Jungs und Mädchen nicht. Denn wegen Corona ist gemeinsames Singen untersagt. Stattdessen gibt es Chorproben per Video. „Da ist kein echtes gemeinsames Singen möglich“, bedauert Nick.

Trotzdem freut sie sich riesig, dass sie ihre Kinder wenigstens auf diesem Weg sehen und hören kann. Nacheinander, versteht sich. Denn wenn einer oder eine spricht, dann müssen die anderen ihr Mikrofon auf stumm stellen, weil es sonst eine Rückkoppelung gibt. Mit den Tücken der Technik kennen sie sich mittlerweile aus. Auch Unterricht. funktioniert in Zeiten von Corona so oder so ähnlich. „Ihr könnt auch den Chat nutzen“, schlägt die Leiterin vor, doch da steht längst was drin: „Faszinierend, was ihr alles könnt.“

Bevor es ans Singen geht, gibt es ein kleines Spiel zum Aufwärmen. Sabine Nick nennt eine Farbe und zählt bis drei. Dann müssen die Chormitglieder einen Gegenstand in eben dieser Farbe suchen und in die Kamera halten. Für Gelb bringt einer ein Smiley-Kostüm. Ein wenig Grund zum Lachen haben sie alle tatsächlich. Ronja, Aaron, Nele und Lotta und all die anderen freuen sich sichtlich, dass sie sich wenigstens auf diesem Weg begegnen können. Alles war klar und wunderbar“, geht das Lied vom Frühling weiter. „Da war wirklich alles wunderbar“, sagt Sabine Nick zu der Zeit vor einem Jahr: „Da gabs noch keinen Lockdown“. Im Chat klatschten Julia und Hannah mit vielen Händen spontan Beifall und schreiben: Und keine Masken“.

„es tut gut, dich wieder zu sehn“, schließt der Reim im Lied von Frühling. „Es tut gut mit viel „t“, da kommt der Mund in Schwung“, erklärt die Dirigentin und legt Wert auf die Aussprache beim Singen. „Vielleicht erinnert ihr euch, wir haben bei dem Lied immer getanzt“, sagt sie weiter und fordert die Kinder dazu auf, das auch zuhause zu tun. Das lassen sie sich nicht zweimal sagen, stehen auf und bewegen sich: „Da können wir uns wenigstens so aneinander freuen“.

Mit einem Kanon geht es weiter. „Ich mag die Blumen“, singt Sofia mutig den anderen vor, Sabine Nick zeigt selbstgemalte Plakate dazu, als Texthilfe sozusagen. Blumen, die Sonne, Fragezeichen, Schneeflocken, da geht alles wie von selbst. Wie fröhlich die Kinder dabei sind, sieht man ihren Gesichtern an. „Ich freu mich total darüber“, sagt die Leiterin. Jetzt singt auch Paul für alle: „Ich mag den Sonnenschein.“

Finnischer Ohrwurm

Eine knappe Stunde dauert die digitale Probe, dann ist der Jugendchor an der Reihe. Von den Aktiven hat die Dirigentin zu Weihnachten eine Videobotschaft bekommen. „Das hat mein Herz berührt“, gesteht sie, und man spürt mit jeder Silbe, wie sehr sie mit den Jugendlichen verbunden ist. Die kleine Plauderrunde zum Einstieg zeigt ihre Verbundenheit, aber auch den Frust über Corona. „Schule ist bis Ostern nicht“, berichtet Leon, der Älteste im Chor. „Ich hoffe, dass wir bald wieder in die Schule gehen können“, ergänzt Tanja. Nach einem kleinen Rätsel heißt es aufstehen, sich recken, die Beine hüftbreit stellen, den Atem locker fließen lassen und bei Grimassen-Kontest die Gesichtsmuskeln in Gang bringen. Eine gute Vorbereitung für die finnische Sprache im Kanon „Ja dan duia“, ein echter Ohrwurm, bei dem auch der „MM“-Reporter begeistert mitsingt. Ich will ab und zu auch etwas hören“, erklärte Sabine Nick, und so öffnen die Jungen und Mädchen abwechselnd ihr Mikro. Auf den Chorklang, die Schwingungen, die sie verbinden, müssen sie alle noch ein wenig warten, aber mit der Zoom-Probe bleiben sie wenigstens in Kontakt und halten ihre Stimme fit.

„Ich bin sehr begeistert davon, wie gut die Online-Proben angenommen werden“, erklärt die Leiterin. „Wir überlegen auch gerade, bald in Kleingruppen mit Abstand in der Freizeithalle zu proben“, verrät sie: „Oder im Freien, sobald es die Temperaturen zulassen.“ Präsenzproben gab es zuletzt im Oktober, unter strengen Corona-Regeln mit Abstand und Maske. „Da habe ich gemerkt, wie sehr mir singende Kinder im letzten halben Jahr gefehlt

hatten“, gesteht Sabine Nick: „Es macht mich unheimlich glücklich, endlich wieder „meine“ Kinder zu sehen und zu hören. „Ein Treffen per Videokonferenz ist dafür wenigstens ein kleiner Ersatz.

Sabine Nick

  • Sabine Nick, Jahrgang 1982, studierte Schulmusik sowie Elementare Musikpädagogik (EMP) an der staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.
  • Seit 15 Jahren setzt sie den Schwerpunkt ihrer freiberuflichen, musikalischen Arbeit im Bereich Chorleitung.
  • lm Jahre 2006 übernahm sie die Leitung des Kinder- und Jugendchores Heddesheim, die inzwischen eine Chorschule mit drei aufeinander aufbauenden Gruppen ist. hje

Sabine Nick bei der Zoomprobe mit dem Kinderchor

Weinheim Sängerkreis – „Es fehlt das gemeinsame Klangerlebnis“

März 2021 (Weinheimer Nachrichten) Sängerkreis Weinheim sorgt sich um seine Vereine / Dirigent Thorsten Gedak sieht Online-Versuche als gescheitert an

Von Hans-Jürgen Emmerich

 

Rudi Neumann vom Sängerkreis Weinheim gibt nicht so leicht auf. Trotzdem verlangt ihm die Corona-Pandemie einiges ab. Auf die Frage, wie die Lage der rund 30 Vereine sei, antwortet er ebenso spontan wie drastisch und an dieser Stelle nicht zitierfähig: „Besch….“ Die zunehmende Überalterung macht den Chören Probleme, das Corona-Virus kann für manche tödlich sein. Ein Verein hat sich bereits aufgelöst.

Seit ziemlich genau einem Jahr sind für die mehr als 2000 Aktiven keine herkömmlichen Chorproben mehr möglich. Einige behelfen sich mit Versuchen per Videokonferent, andere verteilen Tonträger zum Üben zuhause, aber eine echte Singstunde kann das alles natürlich nicht ersetzen. „Alle hoffen, dass es irgendwann weitergeht, aber die große Frage ist wann“, formuliert Neumann, der selbst in Sulzbach singt. Der für. Ende April in Weinheim geplante Sängertag des Badischen Chorverbands musste gerade abgesagt werden, die Jahreshauptversammlung des Sängerkreises steht noch in den Sternen.

Verzicht auf Beiträge

Dass wegen Corona reihenweise Veranstaltungen ausfallen, wird laut Neumann für viele Vereine zunehmend auch zu einem finanziellen Problem, denn es gilt praktisch keine Einnahmen mehr, sieht man einmal von Beiträgen ab. „Die Mitglieder halten den Vereinen trotz allem die Treue“, freut sich Neumann. Wegen der angespannten Finanzlage der Vereine habe sich der Sängerkreis entschlossen, auf deren Beitrag zu verzichten, „im Gegensatz zum Deutschen und dem Badischen Chorverband wie Neumann mit kritischem Unterton anfügt.

Was in der Zeit der Krise wichtig ist, ist der Zusammenhalt und der Kontakt zu den Mitgliedern. Neumann ruft seine Vereine deshalb regelmäßig an. Diese wiederum zeigen sich einfach einfallsreich, halten Stammtische per Video ab, greifen zum Telefon, schreiben Briefe.

Dirigenten wie Thorsten Gedak vom Liederkranz Schriesheim produzieren CDs zum Üben zuhause. „Online-Proben sind leider gescheitert“, berichtet er. „Es fehlt das gemeinsame Klangerlebnis, und man hört nur sich und nicht die anderen, was viele verunsichert“, sagt Gedak, Auch er hofft auf einen baldigen Wiedereinstieg, weiß jedoch: „Das wird schwierig, weil das regelmäßige Stimmtraining und die Kontrolle fehlen“.

Gerade bei Laiensängern sei das aber sehr wichtig, betont der Chorleiter: „Wir hoffen alle, dass wir bald wieder gemeinsam singen dürfen.“ Gelegenheit dazu gäbe es unter anderem beim „Dorffeschd“ am 25. Juli in Heddesheim – falls es stattfindet. Mehrere Vereine aus dem Sängerkreis haben bereits zugesagt, darunter auch der Kinder- und Jugendchor des MGV Heddesheim

Die Einladung zum „Heddesema Dorffeschd“ 2021 steht. Das Bild von 2017 zeigt den Frauenchor des Liederkranz Schriesheim mit Thorsten Gedak. BILD: EMMERICH

Weinheim Sängerkreis – Chorverbandstag abgesagt 

März 2021 (Weinheimer Nachrichten) Kurz notiert

 

Weinheim. Der Sängerkreis Weinheim wäre am 24. Und 25. April Ausrichter des Chorverbandstags des Badischen Chorverbandes gewesen. Man wollte in Weinheim Gastgeber sein für die Delegierten aus ganz Baden, also vom Bodensee bis zum Rhein-Neckar-Kreis; eine Ehre für den Sängerkreis und eine Möglichkeit für die Stadt Weinheim, sich zu präsentieren. Der Sängerkreis hatte dafür die Stadthalle angemietet, um den Haupttag entsprechend zu gestalten. Zu Tagung wären etwa 400 Vereinsvertreter gekommen. Alles war geplant, Vereine hatten sich zur Mithilfe eingebracht und alles gut vorbereitet, schreibt Sängerkreis-Vorsitzender Rudi Neumann. Corona verhindert auch dies. Der Badische Chorverband hat seine Großveranstaltung abgesagt. Niemand rechnet damit, dass sich die Lage bis dahin total entspannt, und diese Großveranstaltung ohne Risiko durchzuführen. „Wir denken, dass dies auch im Sinne aller Beteiligten ist“, sagt Neumann. So sieht es das Präsidium des Badischen Chorverbandes, und der Vorstand des Sängerkreises Weinheim trägt die Entscheidung mit, wenn auch mit einem weinenden Auge. Ob und wann die Tagung nachgeholt wird, ist ungewiss. rn

Leutershausen MGV – Auch die schlechten Tänze tanzen

März 2021 Hoffnung auf erneuten Beginn der Chorproben / Vorsitzender Harald Brand sieht einige Chöre vor dem Ende

 

Leutershausen. Die Kamera fährt über viele Stuhlreihen im menschenleeren Saal des Gasthauses „Zum Löwen“ – das verwaiste Probenlokal des MGV 1884 Leutershausen bietet einen beklemmenden Anblick. Dieser Effekt sei beabsichtigt, erklärt Vorsitzender Harald Brand, der die Videobotschaft zum Jahresausklang initiierte. Darin blickt er auf 2020 und die vielen, ausgefallenen Veranstaltungen zurück: die offene Chorprobe, Straßen- und Familienfest

oder ein geplanter Ausflug ins Allgäu, „Wir hatten viel vor in diesem Jahr“, bilanziert Brand: „Wer hätte gedacht, dass unsere Veranstaltung, „Ehrungen und Wein“ im Februar die einzige werden würde?“

Er bekommt Gesellschaft vom Nikolaus, unter dessen vollem Bart sein Vize Bernhard Götz steckt, der in die düstere Stimmung einfällt: Auch die schlechten Tänze wollten getanzt werden. In dieser Zeit zeigt sich, wie groß das Rückgrat ist, das man braucht, um solch eine Situation zu überstehen.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert der Vorsitzende an ein paar Lichtblicke im tristen Szenario: Der Chor habe während des Sommers im Weingut von Mitglied Johannes Teutsch proben können und durfte in die Ehemalige Synagoge umziehen, als es kälter wurde – die Gemeinde habe das ermöglicht.

Es passiert ja eh nichts“

Dann machte der zweite Lockdown auch diesen Abenden den Garaus. Seither herrscht Stillstand, nur unterbrochen

von gelegentlichen Videokonferenzen im Vorstand. „Das war nicht häufig, aber es passiert ja eh nichts“, seufzt Brand. Das bevorstehende Ende des Männerchors 1890 Sulzbach sei bei seinen Mitstreitern kein Thema gewesen, erklärt er. Grundsätzlich seien in einem solchen Fall nicht nur die Pandemie-Vorschriften unsächlich: „Natürlich ist Corona an vielem schuld, aber da beschleunigt es vielleicht nur die Entwicklung.“

Und die hat in seinen Augen mit der Überalterung zu tun, einem Problem vieler Chöre. Warum das so ist? Brand glaubt: „Weil sie vor 20, 25 Jahren genau null für Werbung getan haben.“

Viele hätten es verpasst, da aktiv zu werden; er erinnert sich, dass auch der MGV „bis vor 20 Jahren regelmäßig Neuzugänge gehabt“ habe. Auf einmal habe das aufgehört, er vermutet, dass irgendwann „ein Trott“ einkehrte.

Doch vor einigen Jahren startete der Chor eine Werbekampagne, an deren Ende er zahlreiche Neuzugänge bekam und nun einen Altersdurchschnitt Ende 50 hat; es seien viele „im gesunden Mittelalter“ dazugekommen, aus der Zielgruppe, die man auch ansprechen wollte. Denn ein zu großer Altersabstand bringe nicht viel: „Wenn da 50, 60

Jahre dazwischen sind, was soll dann so ein armer Bu mit den Älteren anfangen?“

Nun werde er oft von anderen Vorsitzenden angerufen, die sich Ratschläge einholen wollten: „Denen sage ich, dass wir uns für die Werbekampagne ein Budget von 25 000 Euro gesetzt haben. „Zumeist höre er dann nicht mehr viel am anderen Ende der Leitung, schränkt aber ein, dass es unterm Strich „bei Weitem nicht so viel“ gewesen sei, zudem bis heute Unterstützung von Sponsoren komme. Er sieht die Investition pragmatisch: „Wenn man den Chor auflöst, ist das vorhandene Geld doch eh futsch.“ Dieses Ende drohe noch einigen Chören an der Bergstraße: „Meine persönliche Meinung ist, dass es in den nächsten zwei, drei Jahren vier oder fünf Chöre trifft“.

Jedenfalls bremste die Pandemie im vergangenen Frühjahr erst einmal die Hochstimmung, in der sich der MGV nach seiner erfolgreichen Aktion befand. Verloren hat der Verein indes kein Mitglied, weder aus den Reihen der 45 aktiven Sänger noch von den 250 Passiven. Allerdings legten drei Sänger ihre Teilnahme an den Proben für die Pandemiezeit auf Eis. Soweit es die Finanzen angeht, hatten die Hirschberger, ebenso wie andere Chöre, keine Einnahmen außer den Mitgliedsbeiträgen. Gleichwohl werde Dirigent Michael Kuhn auch während des Lockdowns voll weiterbezahlt. An den Erfolg virtueller Singstunden glaubt Brand nicht, dafür setzt er seine Hoffnungen auf das

Frühjahr und eine Fortsetzung der Singstunden bei Teutschs.

Um diese Zeit zu überbrücken, bietet er jetzt virtuelle Stammtische an, die er allerdings für einen schwachen Ersatz hält: „Man hat sich halt mal wieder gesehen und ein bisschen gebabbelt. „Viel wichtiger sei ein richtiges Treffen, denn „die Leute sehen jetzt, wie wichtig die Gemeinschaft ist“. Sie soll im Vordergrund stehen, denn öffentliche Auftritte sind erst einmal nicht geplant, und auch bei den neu einstudierten Stücken, „Only you“ oder einem irischen Folksong, müsse man wohl wieder von vorn anfangen. Das nimmt er in Kauf: „Wir machen uns jetzt keinen Druck.“

Das waren Zeiten: vor drei Jahren sang der MGV 1884 im Olympia-Kino. BILD: MARCO SCHILLING

Leutershausen Sängereinheit – Zwei bis drei Alternativen in der Tasche

Februar 2021 (Weinheimer Nachrichten) Pläne für 2021 / Stimmbildungsseminar und Jugendkonzert / Gespräch mit dem Vorsitzenden Michael Lang über die Perspektiven

 

Leutershausen. Die Nachricht vom drohenden Ende des Männerchors Sulzbach 1890 macht dieser Tage bei den Vereinen die Runde. Auch in der Sängereinheit 1864 Leutershausen hat man darüber diskutiert – „mit Bedauern“, wie Vorsitzender Michael lang sagt. Leutershausen Sängereinheit – Zwei bis drei Alternativen in der Tasche weiterlesen

Laudenbach Singverein – „Sehnsucht nach Gemeinschaft ist da“

Februar 2021 (Weinheimer Nachrichten) Jubiläumskonzert zum 150-jährigen Bestehen soll nachgeholt werden / Sorgen wegen des hohen Altersdurchschnitts

 

Laudenbach. Es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, als der Singverein Laudenbach mit einer Matinee in sein Jubiläumsjahr zum 150. Bestehen des Chors starten wollte. Sie fand auch noch statt, bestätigt Mitglied Herbert Bangert im WN-Gespräch: „Es war eine Riesenveranstaltung.“ Laudenbach Singverein – „Sehnsucht nach Gemeinschaft ist da“ weiterlesen